Auf dem Gerüst zählt jeder Handgriff. Zugleich muss jeder Mitarbeiter darauf achten, dass die Arbeitsumgebung sicher bleibt. Bei Fassadenarbeiten kann die Kombination aus Höhenarbeit, unhandlichen Materialien, Werkzeugen und wechselnden Witterungsbedingungen schnell zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb beginnt sicheres Arbeiten nicht erst mit dem ersten Handgriff an der Fassade. Bereits vor Arbeitsbeginn müssen das Gerüst, die Arbeitsflächen und die persönliche Schutzausrüstung kontrolliert werden. Ebenso wichtig sind eine klare Kommunikation und die Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften.
Ein standsicheres, fachgerecht aufgebautes Gerüst ist die grundlegende Voraussetzung für Fassadenarbeiten
Das Gerüst bildet die Grundlage für jede Fassadenarbeit, kann aber zu einem erheblichen Risiko werden, wenn es nicht fachgerecht aufgebaut wurde. Bereits kleinste Mängel - etwa ein unebener Untergrund, fehlende Absturzsicherung (Seitenschutz) oder Ähnliches - können schwerwiegende Folgen haben.
Vor Aufnahme der Arbeiten ist zu prüfen, ob das Gerüst auf einem tragfähigen und standsicheren Untergrund steht und ob sämtliche Verbindungen vorschriftsgemäss befestigt sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Aussteifung und dem Gerüstboden (Gerüstbelag), der lückenlos verlegt werden muss. Für improvisierte Lösungen ist auf einer Baustelle kein Platz. Das Hinzufügen von Gerüstdielen oder das Entfernen von Absturzsicherungen, um leichter an eine beschädigte Stelle der Fassade zu gelangen, mag einige Minuten sparen, erhöht das Unfallrisiko jedoch erheblich.
Die Verankerung muss strikt entsprechend den technischen Vorgaben des Gerüstherstellers ausgeführt werden. Wenn das Gerüst beim Begehen durch die Mitarbeiter zu schwanken beginnt, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass die nötige Standsicherheit nicht gewährleistet ist. Die Arbeiten müssen dann unverzüglich eingestellt werden, bis das Gerüst überprüft und fachgerecht gesichert wurde.
Unterschätzen Sie die Witterungsbedingungen nicht!
Während Regen und Schnee offensichtlich eine Behinderung für die Arbeiten darstellen, wird Wind als Risikofaktor häufig unterschätzt. Am Boden spüren Sie möglicherweise nur eine leichte Brise, doch auf der obersten Gerüstlage kann derselbe Wind deutlich stärker wirken.
Starke Windböen können die Standsicherheit des Gerüsts und die Sicherheit der darauf arbeitenden Personen gefährden. Sie können leichte Materialien verschieben und auch die am Gerüst angebrachten Schutznetze stark belasten, die eine grosse Angriffsfläche für kräftigen Wind darstellen.
Deshalb ist es wichtig, täglich die Wettervorhersage zu verfolgen und zu beurteilen, ob die Bedingungen für Arbeiten auf dem Gerüst sicher sind. Sind stärkere Windböen angekündigt (35 km/h oder mehr), ist eine Verschiebung der Arbeiten kein Zeitverlust, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung.
Damit das Gerüst solchen Windbelastungen standhalten kann, muss auch das Verankerungssystem einwandfrei ausgeführt sein. Beginnt sich das Gerüst unter dem Einfluss von Windböen sichtbar zu bewegen oder zu verformen, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass die Verankerung überprüft werden muss. Die Arbeiten sind unverzüglich einzustellen, bis die Konstruktion zusätzlich gesichert wurde.
Der Herbst (insbesondere der Spätherbst) bringt für Fassadenbauer zusätzliche Herausforderungen mit sich. Es gibt weiterhin viel zu tun, doch die Arbeitsbedingungen werden deutlich schwieriger. Nässe und Eis erhöhen die Rutschgefahr. Besonders gefährlich ist Glatteis, das die Gerüstbeläge in eine Rutschbahn verwandeln kann. Sicherheitsschuhe mit rutschhemmender Sohle können das Sturzrisiko deutlich reduzieren. Es gehört zu den Aufgaben der verantwortlichen Person auf der Baustelle bzw. des ausführenden Handwerkers, die Arbeitsflächen vor Schichtbeginn gründlich zu kontrollieren. Bei Vereisung müssen die Gerüstflächen entsprechend den örtlichen Gegebenheiten von Eis befreit und erforderlichenfalls mit geeigneten abstumpfenden Mitteln wie Sand behandelt werden.
Auch die durch Kälte verursachte Ermüdung darf nicht unterschätzt werden. Längere Aufenthalte bei niedrigen Temperaturen können das Gefühl in den Fingern beeinträchtigen und den sicheren Umgang mit Werkzeugen erschweren. Deshalb sind regelmässige Pausen erforderlich. Mitarbeiter mit durch Kälte tauben Fingern haben nicht dieselbe Griffkraft und Reaktionsfähigkeit wie an warmen Sommertagen. Dicke Winterkleidung kann die Bewegungsfreiheit und das Sichtfeld noch zusätzlich einschränken.
Riskieren Sie nicht Menschenleben, nur um ein paar Quadratmeter mehr fertigzustellen.
Persönliche Schutzausrüstung ist für jeden Mitarbeiter Pflicht!
Sie können das beste und sicherste Gerüst verwenden, doch wenn Ihre Mitarbeiter die erforderliche Schutzausrüstung nicht benutzen, bleibt das Unfallrisiko bestehen. Auf Baustellen herrscht leider teilweise noch immer die Einstellung, dass Schutzausrüstung unnötig sei oder einen bei der Arbeit störe.
Der Schutzhelm ist die erste Verteidigungslinie, nicht nur gegen einen Absturz aus der Höhe, sondern auch gegen herabfallende Werkzeuge und Materialien, die ein Kollege von einer darüberliegenden Gerüstlage versehentlich fallen lassen könnte.
Hinzu kommen Auffanggurte mit Systemen zur Absturzsicherung. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter geschult sind und wissen, wo und wie sie sich vorschriftsgemäss anschlagen bzw. sichern müssen. Nicht weniger wichtig sind geeignete Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe, beispielsweise mit Zehenschutzkappe und rutschhemmender Sohle, wie bereits erwähnt.
Die Investition in hochwertige persönliche Schutzausrüstung lohnt sich immer, da sie Menschenleben rettet. Zudem können Verstösse gegen Arbeitsschutzvorschriften erhebliche rechtliche und finanzielle Folgen haben.
Beginnen Sie jeden Arbeitstag mit einer Kontrolle der Baustelle!
Erfahrene Bau- und Handwerksbetriebe wissen, dass sich viele Probleme durch eine einfache morgendliche Kontrolle verhindern lassen. Schon wenige Minuten für die Überprüfung des Gerüsts und des Arbeitsbereichs können stundenlangen Unterbrechungen, finanziellen Verlusten und anderen, weitaus schwerwiegenderen Folgen vorbeugen.
Die Annahme, dass sich das Gerüst am Morgen exakt in demselben Zustand befindet wie am Vorabend, ist falsch. In der Nacht kann starker Wind aufgekommen sein, und morgendlicher Frost kann für rutschige Flächen sorgen. Ausserdem kommt es nicht selten vor, dass Mitarbeiter anderer Gewerke, beispielsweise Spengler, eigenständig eine Verankerung verschieben oder ein Netz entfernen, weil es sie bei der Ausführung ihrer Arbeiten behindert hat.
Kontrollieren Sie vor Arbeitsbeginn, ob das Gerüst standsicher ist und alle Verbindungen vorschriftsgemäss befestigt sind, ob durch Witterungseinflüsse Schäden entstanden sind und ob sämtliche Zu- und Durchgänge frei sind.
Die Kommunikation auf der Baustelle ist von grundlegender Bedeutung!
Eine der häufigsten Unfallursachen liegt nicht in technischen Problemen, sondern in mangelhafter Kommunikation zwischen den Mitarbeitern. Wenn mehrere Personen gleichzeitig auf einem Gerüst arbeiten, kann bereits eine unklare Anweisung dazu führen, dass jemand einen falschen Schritt macht oder sich unnötig einer Gefahr aussetzt. Jedes Teammitglied muss jederzeit wissen, wo sich die Kollegen befinden und welche Arbeiten gerade durchgeführt werden.
Beispielsweise kann es gefährlich werden, wenn jemand von der vierten Gerüstlage ein Stück Material nach unten wirft, weil er davon ausgeht, dass sich dort niemand befindet. Ebenso problematisch ist es, wenn das Gerüst an einer Stelle überlastet wird, weil das Team am Boden nicht angekündigt hat, dass eine neue Lieferung schweren Materials eintrifft.
Klare Kommunikationskanäle und vereinbarte Signale (beispielsweise durch Handzeichen) müssen bei Arbeiten in der Höhe selbstverständlich sein. Bevor etwas mithilfe eines Aufzugs, einer Winde oder eines Seils vom Gerüst nach unten gelassen oder nach oben befördert wird, muss der Mitarbeiter in der Höhe eine eindeutige und deutlich hörbare Bestätigung vom Kollegen am Boden erhalten, dass der Bereich frei und sicher ist.
Unabhängig von der Qualität der Ausrüstung und der Organisation bleibt der Faktor Mensch ausschlaggebend. Mitarbeiter müssen nicht nur im sicheren Umgang mit der Ausrüstung geschult werden, sondern auch darin, potenzielle Gefahren zu erkennen.
Die Schulung der Mitarbeiter für sicheres Arbeiten in der Höhe darf keine reine Formalität und kein blosses Unterschreiben von Arbeitsschutzunterlagen sein, nur um bei einer Kontrolle die entsprechenden Nachweise vorlegen zu können. Jedes Teammitglied muss eine praxisorientierte Unterweisung erhalten.
Jeder Einzelne trägt Verantwortung dafür, seine persönliche Schutzausrüstung und insbesondere seinen Auffanggurt zu kontrollieren, Werkzeuge sicher abzulegen und jede festgestellte Unregelmässigkeit an der Gerüstkonstruktion unverzüglich der verantwortlichen Person zu melden.
Auch andere Sicherheitsmassnahmen dürfen nicht vergessen werden. Fassadenarbeiten umfassen den Einsatz von Bohrmaschinen, Rührwerken und anderen elektrischen Werkzeugen auf dem Gerüst. Kabel dürfen niemals lose vom Gerüst herunterhängen oder durch Verkehrswege geführt werden, in denen sich Personen bewegen. Sie müssen vor Beschädigung und Feuchtigkeit geschützt und so verlegt werden, dass weder Stolperstellen noch die Gefahr eines elektrischen Schlags entstehen.
Eimer mit Material, Werkzeuge, Dämmplatten und andere Materialien müssen einen festen Platz haben. Ein Gerüst ist kein Lagerplatz. Wenn Material an einer Stelle des Gerüsts angesammelt wird, steigt das Risiko von Gleichgewichtsverlust, Stolpern und herabfallenden Gegenständen. Jedes Gerüst hat eine zulässige Belastung pro Quadratmeter. Wird das gesamte Material an einer einzigen Stelle konzentriert, kann der Gerüstbelag beschädigt oder überlastet werden. Deshalb muss das Material gleichmässig verteilt werden und der Verkehrsweg für die Mitarbeiter vollständig frei bleiben.
Es gibt noch eine weitere wichtige Sache, die man nicht vergessen darf: Die Sicherheit auf der Baustelle betrifft nicht nur die Personen, die auf dem Gerüst arbeiten, sondern auch diejenigen, die sich darunter bewegen.
Erreichen Sie Kunden, die Wert auf Arbeitssicherheit legen!
Kunden wählen Handwerksbetriebe heute nicht mehr ausschliesslich nach dem Preis aus. Sie suchen Auftragnehmer, die Termine einhalten, professionell arbeiten und auf die Sicherheit auf der Baustelle achten.
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