Ein dichter, sattgrüner Rasen gilt als Zeichen eines gepflegten Gartens und wird oft als dessen zentrales Gestaltungselement wahrgenommen. Egal, ob kleiner Hausgarten oder grosszügige Grünfläche: Ein gut gepflegter Rasen wirkt immer einladend und ordentlich. Damit der Rasen diese Qualität beibehält, benötigt er jedoch regelmässige Pflege. Zu den wichtigsten Massnahmen gehört dabei das Mähen. Es fördert nicht nur das Wachstum der Gräser, sondern unterstützt auch die Entwicklung eines stabilen Wurzelsystems. Gleichzeitig wird durch regelmässiges Rasenmähen verhindert, dass Unkraut die Oberhand gewinnt.
Beim Rasenmähen spielen nicht nur die Qualität des Rasenmähers, die Mährichtung und die Schnitthöhe eine wichtige Rolle, sondern auch der Zeitpunkt des Mähens. Jedes Jahr stellen sich viele Gartenbesitzer dieselbe Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Rasenmähen im Frühjahr?
Wenn die Bodentemperatur noch niedrig ist und morgens noch Frost auf dem Boden liegt, haben sich die Graswurzeln nach dem Winter noch nicht vollständig erholt und Rasenmähen würde zu diesem Zeitpunkt mehr Schaden als Nutzen anrichten. Manche machen zu Beginn der Vegetationsperiode den Fehler, den Rasen zu früh zu mähen. Dann wird der Rasen geradezu abrasiert, wenn der Boden noch kalt und weich ist und die Wurzeln noch geschwächt sind. Die Folgen sind ungleichmässiges Graswachstum und eine verstärkte Ausbreitung von Unkraut während des weiteren Jahresverlaufs.
Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt:
Luft- und Bodentemperatur
Der wichtigste Faktor für den Zeitpunkt des ersten Rasenmähens ist die Temperatur. Der Rasen beginnt erst dann aktiv zu wachsen, wenn die Lufttemperatur dauerhaft über 10 °C liegt. Noch wichtiger ist jedoch die Bodentemperatur. Graswachstum setzt ein, wenn die durchschnittliche Bodentemperatur etwa 7 °C überschreitet. Die nächtlichen Temperaturen dürften dabei nicht unter 5 °C fallen.
Ist der Boden noch kalt, befinden sich die Wurzeln weiterhin in einer Ruhephase.
Wenn Sie den Rasen mähen, während noch die Gefahr von Morgenfrost besteht, können die jungen Triebspitzen beschädigt werden. Die Gräser müssen dann ihre Energie in die Regeneration stecken, statt kräftige Wurzeln auszubilden und die Grasnarbe zu verdichten. Das Ergebnis ist ein ungleichmässiger Rasen mit kahlen Stellen, die später nachgesät werden müssen. Zugleich bleibt das Graswachstum während der gesamten Saison verlangsamt.
Für eine erfolgreiche Rasenpflege ist es daher wichtig, nicht nur auf den Kalender, sondern vor allem auch auf das Wetter zu achten. Warten Sie, bis die Frühjahrsfröste vorüber sind, die Tagestemperaturen sich mindestens eine Woche lang stabil über 10 °C halten und die Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen nicht mehr zu gross sind.
Ein weiterer Faktor, den es zu beachten gilt, ist die Höhenlage. In höheren Lagen kann das Pflanzenwachstum um bis zu zwei Wochen später einsetzen als in tiefergelegenen Regionen. Deshalb gibt es keinen allgemein gültigen Termin für das erste Rasenmähen. Vielmehr zeigt die Natur selbst an, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.
Bodenfeuchte
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Niederschlag. Das Frühjahr ist in der Regel regenreich. Ist der Boden sehr nass, sind die Grashalme weich und empfindlich. Wenn Sie den Rasen mähen, während der Boden matschig ist, können die Räder des Rasenmähers Spurrinnen im Boden hinterlassen und ihn schädigen.
Die goldene Regel lautet: Mähen Sie niemals einen nassen Rasen!
Was bedeutet das konkret? Ein zugestampfter und verdichteter Boden lässt weniger Luft zu den Wurzeln, was langfristig die Qualität des Rasens beeinträchtigt und das Wachstum der Gräser behindert. Zudem wird bei nassem Rasen kein sauberer Schnitt erzielt. Die Halme werden eher abgerissen als geschnitten, wodurch ihre Spitzen anfälliger für Pilzkrankheiten werden.
Warten Sie daher, bis mehrere aufeinanderfolgende sonnige Tage den Boden abgetrocknet haben, sodass er sich beim Betreten fest und stabil anfühlt.
Rasenhöhe
Auch die Rasenhöhe kann ein klarer Hinweis darauf sein, dass das erste Rasenmähen fällig ist. Fachleute empfehlen, den Rasen im Frühjahr erst zu mähen, wenn die Grashalme eine Höhe von etwa 8 cm erreicht haben.
Wenn Sie den Rasen schneiden, während er noch sehr niedrig ist und gerade erst zu wachsen beginnt, schwächen Sie ihn unnötig. Warum? Die Blattmasse des Grases wirkt wie ein natürlicher Sonnenkollektor. Wird der Rasen zu früh gemäht, kann er nicht genügend Energie durch Photosynthese erzeugen, um ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln. Erst bei einer Höhe von etwa 8-10 cm sind die Grashalme ausreichend stabil verwurzelt und können den Stress des ersten Schnitts gut verkraften.
Seien Sie daher geduldig und warten Sie, bis die Grashalme ausreichend kräftig sind, bevor Sie das erste Mal mähen.
Grasart
Nicht alle Grasarten verhalten sich auf die gleiche Weise, auch wenn sie auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Manche Rasenmischungen reagieren schneller auf steigende Temperaturen und beginnen früher zu wachsen, während andere mehr Zeit benötigen. Robustere Grassorten, wie sie häufig in Mischungen für Sport- und Spielrasen enthalten sind, reagieren schneller auf wärmeres Wetter und können früher gemäht werden. Feine Ziergräser sind dagegen empfindlicher gegenüber Kälte und mechanischer Belastung, weshalb man ihnen mehr Zeit lassen sollte, bevor man sie zum ersten Mal mäht.
Wenn Sie eine spezielle Rasenmischung verwendet haben, sollten Sie sich über ihre Eigenschaften informieren.
Der Zeitpunkt und die Schnitthöhe des ersten Rasenmähens sollten immer an die jeweilige Grasart angepasst werden.
Lage des Rasens
Auch die Lage des Rasens spielt eine grosse Rolle.
Rasenflächen, die den Grossteil des Tages direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, erwärmen sich schneller und stärker, wodurch das Gras früher zu wachsen beginnt. Das betrifft vor allem nach Süden ausgerichtete Flächen, da diese besonders viele Besonnungsstunden erhalten. Schattige Bereiche (z. B. unter grossen Bäumen oder an der Nordseite eines Gebäudes) erholen sich nach dem Winter langsamer, da der Boden dort Feuchte und Kälte länger hält.
In der Praxis bedeutet das, dass möglicherweise nicht der gesamte Rasen am selben Tag gemäht werden kann. Sonnige Bereiche sind meist früher bereit für den ersten Schnitt, während schattige Flächen noch einige Tage länger brauchen.
Intensität der Gartennutzung
Wenn der Rasen über mehrere Jahre hinweg stark beansprucht wurde (etwa durch spielende Kinder, Haustiere oder häufige Gartenpartys), braucht er mehr Zeit, um sich vor dem ersten Schnitt zu erholen. Ein geschwächter Rasen, der regelmässig betreten wird, sollte daher etwas später gemäht werden.
Alter des Rasens
Ein im Herbst neu angelegter Rasen wird nicht auf die gleiche Weise behandelt wie eine bereits mehrere Jahre alte Rasenfläche.
Wenn der Rasen erst im Herbst neu ausgesät wurde, befindet sich sein Wurzelsystem im Frühjahr noch in der Entwicklung. Die Wurzeln sind noch relativ flach, weshalb zu frühes oder zu tiefes Mähen die jungen Pflanzen sogar aus dem Boden ziehen kann. Deshalb sollte man bei einem jungen Rasen mit dem ersten Schnitt warten, bis die Halme ausreichend hochgewachsen und gut verwurzelt sind. Ausserdem sollte bei jungen Rasenflächen die Schnitthöhe etwas grösser sein, um die Bestockung der Gräser zu fördern. So wird verhindert, dass die jungen Pflanzen von Unkraut verdrängt werden. Das erste Mähen eines neuen Rasens gleicht eher einem leichten Stutzen: Es wird lediglich eine minimale Menge der grünen Blattmasse entfernt, um das Wachstum und die Verdichtung des Rasens anzuregen.
Bei einem älteren Rasen ist das Wachstum im Frühjahr meist kräftiger, aber oft ungleichmässig. Daher empfiehlt es sich, zu mähen, sobald ein deutliches Wachstum sichtbar wird. Dabei werden trockene oder frostgeschädigte Blattspitzen entfernt, sodass Licht und Luft besser zu den Grashalmen gelangen.
Damit kommen wir zur Frage aus dem Titel:
Wann sollte der Rasen zum ersten Mal in der Saison gemäht werden?
Unter den hierzulande üblichen klimatischen Bedingungen erfolgt das erste Rasenmähen im Frühjahr etwa zwischen Mitte und Ende März. Entscheidend sind jedoch nicht die Kalenderdaten, sondern folgende Faktoren: stabile Temperaturen ohne Morgenfrost, ein trockener und ausreichend warmer Boden, eine Rasenhöhe von etwa 8-10 cm sowie ein aktives, deutlich sichtbares Graswachstum.
Tipps für das Rasenmähen im Frühjahr
Achten Sie auf die Schnitthöhe - schneiden Sie niemals mehr als ein Drittel der gesamten Rasenhöhe ab. Ist der Rasen beispielsweise 9 cm hoch, sollte er auf etwa 6 cm gekürzt werden. Ein zu kurzer Schnitt setzt den Boden direkter Sonneneinstrahlung aus, was das Wachstum von Unkraut fördert (Unkräuter lieben Licht), den Boden austrocknet und die noch schwachen Wurzeln zusätzlich belastet.
Im Frühjahr sollte die Schnitthöhe etwas höher eingestellt werden als im Sommer.
Die Messer des Rasenmähers müssen scharf sein - stumpfe Messer beschädigen die Grashalme mechanisch und reissen sie eher ab, wodurch sich ihre Spitzen braun färben und ihr Wachstum verlangsamt wird. Überprüfen Sie daher vor Saisonbeginn die Messer Ihres Rasenmähers und schärfen Sie sie bei Bedarf nach.
Ein sauberer Schnitt ermöglicht es den Pflanzen, sich schneller zu erholen.
Mähgeschwindigkeit - mähen Sie langsam. Frischer Frühlingsrasen ist weich, und wenn Sie zu schnell darüberfahren, wird er vom Rasenmäher eher niedergedrückt als sauber geschnitten. Mähen Sie ausserdem aus verschiedenen Richtungen. Dies ist vor allem beim ersten Mähen der Saison wichtig, da es ein gleichmässiges Graswachstum fördert und die Grasnarbe stärkt.
Verändern Sie das Mähmuster - einmal quer, das nächste Mal längs. So verhindern Sie, dass sich die Gräser dauerhaft in eine Richtung legen, und fördern stattdessen einen aufrechten, dichten Wuchs.
Säubern Sie den Rasen nach dem Mähen - entfernen Sie das Schnittgut, damit es keine dichte Schicht bildet, welche die Belüftung des Bodens behindert. Im Frühjahr ist die Bodenfeuchtigkeit meist noch relativ hoch, weshalb liegen gebliebenes Schnittgut die Bildung von Schimmel und Moos begünstigen kann. Das Säubern des Rasens nach dem Mähen ermöglicht es dem Boden, besser zu atmen und mehr Sonnenlicht aufzunehmen.
Rechen Sie daher nach dem Mähen das Schnittgut zusammen und entfernen Sie es vollständig.
Regelmässiges Mähen - aufgrund der häufigen Niederschläge und des schnellen Wachstums sollte der Rasen im Frühjahr etwa einmal pro Woche gemäht werden, also häufiger als im Sommer.
Rasenpflege im Frühjahr
Wenn Sie möchten, dass Ihr Rasen dauerhaft gepflegt aussieht, sollten Sie folgende Schritte beachten:
Rechen und Entfernen von Gartenabfällen - über den Winter sammeln sich auf dem Rasen abgestorbene Blätter, Zweige und andere organische Rückstände. Vor dem ersten Schnitt sollten Sie den Rasen leicht rechen, um diese zu entfernen und den Wurzeln wieder Zugang zu Luft zu verschaffen. Apropos Belüftung - dazu gehört auch:
Vertikutieren - wenn Sie feststellen, dass der Boden hart und verdichtet ist und sich Wasserpfützen bilden, sollten Sie den Rasen vertikutieren. Dabei werden mit einer Grabegabel oder einem Vertikutierer bzw. Aerifizierer kleine Löcher im Boden angelegt, welche den Boden lockern und die Wurzeln durchlüften. Dadurch können sich die Grashalme besser entwickeln und zugleich wird Pilzkrankheiten vorgebeugt. Noch wichtiger ist jedoch, dass Wasser und Nährstoffe leichter zu den Wurzeln gelangen. Von dieser Massnahme profitieren vor allem ältere oder stark beanspruchte Rasenflächen.
Rasendüngung - nach dem Winter benötigt der Rasen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, um wieder kräftig zu wachsen. Verwenden Sie hochwertige Rasendünger, welche die Pflanzen über mehrere Monate hinweg gleichmässig mit Nährstoffen versorgen. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel zu düngen, da Überdüngung zu Verbrennungen und gelben Flecken im Rasen führen kann.
Unkrautkontrolle - im Frühjahr wächst Unkraut besonders schnell. Die beste Vorbeugung ist ein dichter und gesunder Rasen. Wenn bereits Unkraut vorhanden ist, entfernen Sie es möglichst früh von Hand oder verwenden Sie geeignete Mittel. Dabei sollten Sie die Wetterbedingungen berücksichtigen und sich im Zweifel fachlich beraten lassen.
Das erste Rasenmähen ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und Vitalität Ihres Rasens während der gesamten Saison. Deshalb kann es sinnvoll sein, Fachleute mit dieser Arbeit zu beauftragen. Rasenmähen durch einen Profi kostet in der Schweiz typischerweise zwischen CHF 0.25 und CHF 0.70 pro m2, was auf einem Stundensatz von CHF 70 bis CHF 90 basiert. Bei kleinen Flächen sind die Kosten pro m2 höher als bei grossen und auch das Mähen von Hanglagen oder schwer zugängliche Flächen kann teurer sein. kostet CHF 15 bis CHF 18 pro m2. In vielen Gemeinden können Sie den Rasenschnitt auch gratis entsorgen.
Das Vertikutieren eines Rasens kostet ab CHF 2 pro m2, meist jedoch etwa CHF 4.50 pro m2.
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Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt für das erste Rasenmähen abwarten und Ihrem Rasen ausreichend Dünger sowie eine gute Belüftung gönnen, werden Ihre Bemühungen mit einem dichten, grünen Teppich belohnt, um den Sie die ganze Nachbarschaft beneiden wird. Überstürzen Sie also nichts und geben Sie Ihrem Rasen Zeit, sich zu stärken.
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