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    Der richtige Aussenputz: Worauf Bauherren beim Fassadenputz achten sollten

    Die Fassadengestaltung gehört zu den wichtigsten Fragen bei Neubauten und Sanierungen. Neben Farbe und Struktur spielt vor allem das gewählte Fassadensystem eine wichtige Rolle. Dieses entscheidet darüber, wie gut das Gebäude gegen Feuchtigkeit geschützt ist, wie hoch die Wärmeverluste ausfallen und wie lange die äussere Gebäudehülle ohne grössere Instandsetzungsarbeiten bestehen bleibt. Die gängigste Fassadenart im privaten Wohnbau in der Schweiz ist die verputzte Fassade, bei der mehrere funktionale Schichten zusammenarbeiten: Wärmedämmung, Armierung und schliesslich eine schützende Deckschicht aus Aussenputz. Diese letzte Schicht übernimmt eine doppelte Aufgabe, da sie einerseits die Fassade vor Witterungseinflüssen schützt und andererseits dem Gebäude sein endgültiges Erscheinungsbild verleiht. Wer sich mit Aussenputz beschäftigt, sollte daher nicht nur auf die Farbe achten, sondern auch auf Material, Verarbeitung und Eignung für das jeweilige Fassadensystem.
    Fachartikel
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    1. Fassadenputz und Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

    1.1 Wärmedämmverbundsystem (WDVS) und vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHS)

    Fassadenkonstruktionen lassen sich grundsätzlich in hinterlüftete und nicht hinterlüftete Systeme unterteilen. Bei der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHS) wird die äussere Bekleidung auf einer Unterkonstruktion montiert, sodass zwischen Dämmung und Fassadenverkleidung ein Luftspalt entsteht. Diese Konstruktion ermöglicht eine ständige Luftzirkulation, wodurch Feuchtigkeit zuverlässig abgeführt wird. Allerdings ist diese Bauweise vergleichsweise kostenintensiv und erfordert eine aufwendige Montage. Deshalb wird sie vor allem bei grösseren Gebäuden, Bürohäusern oder repräsentativen Bauprojekten eingesetzt. Bei Einfamilienhäusern wird dagegen in den meisten Fällen ein Wärmedämmverbundsystem verwendet, obwohl modern gestaltete Neubauten in der Schweiz immer häufiger mit einer VHF versehen werden. Das WDVS wird üblicherweise verputzt, während die herkömmliche VHF nicht verputzt, sondern verkleidet wird.

    1.2 Aufbau und Funktionsweise eines Wärmedämmverbundsystems

    Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren funktionalen Schichten, die direkt auf die Aussenwand des Gebäudes aufgebracht werden. Die wichtigste Komponente bilden Dämmplatten, die meist aus Polystyrol (EPS oder XPS) oder aus Mineralwolle bestehen. Diese Platten werden mit Klebemörtel oder einem Schienensystem an der Wand befestigt und anschliessend mit einer Armierungsschicht aus Mörtel und Glasfasergewebe versehen. Dadurch entsteht eine stabile und widerstandsfähige Oberfläche. Den Abschluss bildet eine dekorative Deckschicht, die meist aus Fassaden- bzw. Aussenputz besteht. Diese schützt das gesamte System vor Witterungseinflüssen und verleiht der Fassade ihre endgültige Optik. Alternativ können auch andere Materialien wie Naturstein oder Klinker eingesetzt werden, allerdings sind diese Lösungen deutlich teurer und werden daher seltener angewandt.

    2. Fassadenplanung

    2.1 Fassadenplanung bei Neubauten

    Bei Neubauprojekten wird das Fassadensystem in einem Zug mit dem Rest des Gebäudes geplant und ausgeführt. Alle Baustoffe, die beim Fassadenbau zum Einsatz kommen, müssen miteinander kompatibel sein und nach genau berechneten Parametern eingekauft werden. Bei Neubauprojekten ist die Fassadenplanung recht einfach, da alle Materialien und Details im Voraus genau festgelegt werden können, was eine konsistente und qualitativ hochwertige Ausführung ermöglicht.

    2.2 Fassadensanierung bei Altbauten

    Wenn eine komplette Altbausanierung oder lediglich die Sanierung einer alten Fassade geplant ist, sollte zuerst der Zustand der bestehenden Fassade geprüft werden. Dazu wird ein etwa 10x10 cm grosses Stück Styropor mit Klebstoff oder Mörtel an die Fassade geklebt und mindestens drei Tage lang stehen gelassen, bevor es abgezogen wird. Wenn sich beim Abziehen nur das Styropor von der Fassade löst, der Kleber und die Fassadenoberfläche jedoch intakt bleiben, bedeutet dies, dass der Zustand der Fassade zufriedenstellend ist. Andernfalls muss zunächst der Untergrund fachgerecht ausgebessert werden.

    3. Aussenputz: die beliebteste Deckschicht für Fassaden

    3.1 Welche Funktion erfüllt Aussenputz?

    Der Aussenputz stellt die Schutzschicht des Fassadensystems dar. Er schützt das Bauwerk vor schädlichen Witterungs- und Temperatureinflüssen, wodurch er zu einem angenehmen Wohnklima beiträgt. Zugleich spielt er eine wichtige Rolle für die Langlebigkeit des Hauses selbst. Seine zweite Funktion besteht darin, das Haus und die dazugehörige Gartengestaltung abzurunden und dadurch ästhetisch sowie stilistisch aufzuwerten.

    3.2 Vorteile von Aussenputz

    Die verputzte Fassade stellt auch heute noch die gängigste Fassadenart dar, was nicht verwunderlich ist, da es sich bei Aussenputz um die kostengünstigste Deckschicht handelt. Moderne Fassadenverkleidungen aus Holz, Metall, Glas, Verbundwerkstoffe und Kunststoff sind zwar auf dem Vormarsch, werden aber lediglich für einen kleinen Teil der neugebauten Fassaden verwendet. Ausserdem sind sie teurer als Aussenputz und erfordern oft anspruchsvollere Arbeitsweisen.

    Aussenputz ist schneller, einfacher, praktischer und günstiger herzustellen als die oben genannten Fassadenverkleidungen. Verputzte Fassaden sind langlebig, schützen das Bauwerk gut und sehen auch noch schön aus.

    4. Herstellung von Aussenputz

    Aussenputz wird in grober oder feiner Technik hergestellt, d. h. mit aufgerauter oder geglätteter Oberfläche. Der Putzmörtel muss richtig angemischt werden, damit der Putz eine ausreichende mechanische Festigkeit erreicht, um Schutz, Langlebigkeit sowie Beständigkeit gegen Wasser und UV-Strahlung zu gewährleisten. Des Weiteren muss Fassadenputz wasserabweisend und dampfdurchlässig sein. Durch diese Eigenschaften trägt er nämlich zu einem günstigen Mikroklima in der Wohnung bei, in dem Wandfeuchte und Schimmel keine Chance haben. Aussenputz muss nicht weiss sein - auch lebhaftere Farben sind sehr beliebt. Der Verbrauch beträgt durchschnittlich 2-2,5 kg pro m2.

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    Die verputzte Fassade stellt aufgrund ihres günstigen Preises die gängigste Fassadenart bei Einfamilienhäusern dar.

    5. Arten von Aussenputz

    5.1 Hersteller von Fassadenputz

    Dank des Fortschritts in der Baustoffindustrie kommen fast täglich immer bessere Materialien auf den Markt, weshalb es für Laien und manchmal sogar für Fachleute gar nicht so einfach ist, den richtigen Putz auszuwählen. Deshalb sollten Sie auch hier dem Rat von Fachunternehmen und Herstellern vertrauen. Ausserdem sollten für die Deckschicht nach Möglichkeit nur Produkte ein und desselben Herstellers verwendet werden, da diese am besten miteinander kompatibel sind. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass Mörtel gleich Mörtel und Kleber gleich Kleber ist, hat jedes Produkt seine eigenen spezifischen Merkmale und Eigenschaften.

    Nicht jeder Putz ist für jede Fassade geeignet und nicht jeder Kleber für jedes Material. Achten Sie also darauf, aufeinander abgestimmte Produkte zu verwenden.

    5.2 Klassifizierung von Aussenputz

    Allgemein wird Aussenputz nach dem Material, aus dem er hergestellt ist, in 4 Haupttypen eingeteilt: Mineralputz, Acrylputz, Silikatputz und Silikonharzputz. Eine spezielle Gruppe umfasst ältere Putzarten wie Zementputz und Mischputz. Die grundlegende Aufgabe von Fassadenputz besteht darin, die Fassade und das Gebäude selbst abzudichten und zu schützen. Verschiedene Arten von Aussenputz besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Die Auswahl des Putzes erfolgt im Hinblick auf seine Eigenschaften (Zusammensetzung, Körnung, Wasser- und Dampfdurchlässigkeit, Elastizität und Verschmutzungsresistenz) und die Beschaffenheit des Untergrunds, auf den er aufgetragen wird. Es kommt vor allem darauf an, welches Bindemittel der Putz enthält - Acryl, Silikat, Silikonharz oder Mineralien.

    5.3 Untergrund für Aussenputz

    Die Wände des Baukörpers werden üblicherweise mit Polystyrol oder Mineralwolle gedämmt (oder es kommen Sandwichwände mit werksseitig eingebauter Wärmedämmung zum Einsatz). Fassadenbau erfordert immer einen festen, sauberen, trockenen und tragfähigen Untergrund, der zunächst mit einer Grundierung beschichtet wird. Es ist sehr wichtig, dass alle für die Fassade verwendeten Baustoffe bis hin zur letzten Putz- oder Farbschicht in Bezug auf ihre Dampfdurchlässigkeit miteinander kompatibel sind. Der am häufigsten verwendete Aussenputz ist Acrylputz. Für Fassaden mit Mineralwolldämmung sind Silikon-, Silikat- und Silikonharz-Silikatputz am besten geeignet.

    Für Sandwichwände mit werksseitig eingebauter Wärmedämmung wird Mineral- oder Silikatputz verwendet.

    5.4 Technische Eigenschaften verschiedener Arten von Aussenputz

    Hinsichtlich der technischen Eigenschaften gibt es keine grossen Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Aussenputz - ausser in der Körnung, die den Verbrauch und damit den Preis beeinflusst. Im Hinblick auf das Verhältnis von Qualität, Verbrauch und Preis gilt eine Körnung von 1,5 mm als die beste Wahl. Je gröber die Körnung ist, desto einfacher lässt sich der Putz verarbeiten und desto besser kaschiert er Unebenheiten in der Fassadenoberfläche. Andererseits nutzen sich solche Fassaden schneller ab und sind auch schmutzanfälliger. Eine grobe Körnung lässt die Fassade rustikal und rau aussehen, während feinkörniger Aussenputz eine glatte Oberfläche schafft.

    5.5 Farben für Aussenputz

    Die Grundfarbe von zusatzfreiem Putz ist weiss, doch die Putzmischung lässt sich problemlos einfärben. Im Allgemeinen wird von dunkleren Farben abgeraten, da dunkler Putz anfälliger für Rissbildung ist, die aufgrund von Wärmeausdehnung und thermischer Kontraktion auftritt. Die geeignetsten und langlebigsten Anstriche für Aussenputz werden von den Herstellern meist mit dem Buchstaben Y gekennzeichnet.

    6. Verschiedene Arten von Aussenputz im Detail

    6.1 Acrylputz

    Aussenputz auf Acrylbasis ist am einfachsten zu verarbeiten; die Putzfläche ist geruchsneutral, sie trocknet schnell und lässt sich leicht reinigen. Der Putz haftet sehr gut auf dem Untergrund und ist darüber hinaus sehr widerstandsfähig und wasserabweisend. Mit Acrylputz lassen sich sowohl raue als auch glatte Fassadenoberflächen herstellen.

    6.2 Silikonharzputz

    Aussenputz auf Silikonharzbasis gilt als die hochwertigste und prestigeträchtigste Variante, doch die Zugabe von Silikonharz macht den Fassadenputz teuer. Auf Silikonharzputz gibt es im Regelfall eine 25-jährige Garantie. Er eignet sich für Fassaden, die extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, da er hochdampfdurchlässig, wasserdicht und sehr widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und unterschiedliche Witterungseinflüsse ist. Auch Silikonharzputz ist einfach zu verarbeiten, zu seinen grossen Vorteilen gehört aber auch die breite Farbpalette mit mehr als 1’300 Farbtönen.

    6.3 Silikatputz

    Silikat-Aussenputz wird auf der Basis von Kaliwasserglas hergestellt und muss bei etwas höheren Temperaturen - zwischen 15 °C und 30 °C - verarbeitet werden. Besonders gut eignet er sich zur Altbausanierung, da er sowohl für Sandwichwände als auch für klassische Wände verwendet werden kann.

    6.4 Kombinierter Aussenputz

    Kombinierter Silikat-Silikonharz-Fassadenputz vereint die besten Eigenschaften beider Putzarten. Er ist diffusionsoffen, wasserabweisend und beständig UV-beständig. Kombinierter Aussenputz eignet sich hervorragend für die Sanierung von mit Steinwolle gedämmten Altbauten.

    6.5 Zementputz

    Mineralischer Dünnschicht-Aussenputz auf Zementbasis wird auf der Basis von Mineralien, Kalk und Zement hergestellt und zum Schutz sowie zur Dekoration von Fassadenflächen verwendet. Aufgrund seiner Porosität weist er selbstreinigende Eigenschaften auf. Aussenputz auf Zementbasis haftet ausserordentlich gut und lässt sich leicht verarbeiten. Zudem ist er besonders diffusionsoffen und wasserabweisend, sodass sich Schimmel und Feuchtigkeit nicht daran festsetzen können. Besonders beliebt war Zementputz in den 1980er Jahren.

    6.6 Dekorputz

    Dekorativer plastifizierter Fassadenputz kann einkomponentig oder zweikomponentig sein und wird auf der Basis von hydraulischen Bindemitteln unter Zusatz von Additiven und Marmorzuschlagstoffen hergestellt. Er gilt als einer der besten neuen Typen von Aussenputz.

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    Das Verputzen erfolgt am besten im Frühjahr oder im Herbst.

    7. Schlussschicht der Fassade: Herstellung von Aussenputz

    7.1 Maschinelle und manuelle Verarbeitung

    Nachdem die Fassade gedämmt, also mit harten oder weichen Materialien zur Wasser-, Wärme- und Schalldämmung verkleidet wurde und getrocknet ist, wird sie verputzt. Das Verputzen mit Aussenputz wird meistens maschinell durchgeführt, da es mithilfe einer Motorpumpe und eines Sprühgeräts schneller und einfacher vonstattengeht als von Hand. Nur die schwer zugänglichen Stellen sowie die Bereiche um Fenster und Türen herum werden von Hand bearbeitet.

    Grobkörniger Putzmörtel wird zur Herstellung rauer Oberflächen verwendet, mit feinkörnigem Putzmörtel lassen sich dagegen feine und einheitliche Oberflächen herstellen. Natürlich lassen sich beide Varianten mit beliebiger Farbgebung versehen.

    7.2 Verputzen: im Frühjahr und im Herbst

    Das Auftragen von Aussenputz sollte im Frühjahr oder im Herbst erfolgen, wenn die Witterungsverhältnisse und Lufttemperaturen am geeignetsten sind. Hohe Luftfeuchtigkeit, sengende Sonne, starker Wind, Regen oder sehr niedrige Temperaturen sind für das Verputzen ungünstig, darum sollte die Arbeit nicht im Sommer oder im Winter ausgeführt werden.

    8. Aussenputz - Materialpreis

    Genau wie bei allen anderen Materialien hängt auch bei Aussenputz der Preis von der Grösse der Fläche, der Art und Weise der Verarbeitung und natürlich von der Art des Putzes sowie dem Hersteller ab. Putzmörtel wird normalerweise in Säcken (Pulver) oder Eimern (Gemisch) zu 25 oder 40 kg verkauft. Die Preise liegen zwischen CHF 0.11 und CHF 0.55 pro kg. Hinzu kommen noch die Arbeitskosten, eventuell der Aufbau eines Baugerüsts und Aufpreise für Zusatzleistungen.

    Autor: Daibau.ch Magazin

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