Innenausbauarbeiten gelten als vergleichsweise unabhängig von der Jahreszeit, doch im Winter verschärfen sich die Bedingungen deutlich. Niedrige Oberflächentemperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und langsame Trocknungszeiten stellen besondere Anforderungen an Handwerker. Zusätzlich erschweren kurze Tageslichtphasen sowie unregelmässiges Heizen und Lüften eine kontrollierte Bauausführung.
Aus Kundensicht spielen diese Faktoren kaum eine Rolle. Feuchte Wände sehen trocken aus, Temperaturschwankungen bleiben unbemerkt. Kommt es zu Rissen, Flecken oder Ablösungen, wird die Ursache selten in den Baustellenbedingungen gesucht. Stattdessen gerät der ausführende Betrieb schnell in die Verantwortung, selbst wenn fachlich korrekt gearbeitet wurde.
Trotz dieser Herausforderungen ist es durchaus möglich, auch im Winter hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Voraussetzung dafür ist ein angepasstes Vorgehen, das die besonderen Bedingungen zu dieser Jahreszeit berücksichtigt. Moderne Materialien und bewährte Massnahmen unterstützen Handwerker dabei, typische Winterprobleme zu vermeiden.
Nachfolgend erfahren Sie, welche Punkte in der Praxis besonders wichtig sind, um auch in der kalten Jahreszeit ohne spätere Reklamationen zu arbeiten.
Hohe Luftfeuchtigkeit - der grösste Feind der Handwerker im Winter!
Im Winter wird häufig in Räumen gearbeitet, die nur zeitweise oder gar nicht beheizt werden. Die Baufeuchte bleibt dann in den Wänden eingeschlossen, weshalb Materialien langsam und ungleichmässig trocknen.
Die häufigste Ursache für Rissbildung und Schimmel im Winter ist eingeschlossene Feuchtigkeit.
Tipps für Handwerker:
- Messen Sie vor Beginn der Arbeiten unbedingt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Moderne digitale Hygrometer liefern innerhalb weniger Sekunden zuverlässige Werte. Deshalb gehören diese im Winter zu Ihren wichtigsten Werkzeugen. Verlassen Sie sich nicht auf eine Schätzung nach Gefühl, denn eine Wand kann sich trocken anfühlen und dennoch Baufeuchte enthalten. Vermutungen haben hier keinen Platz;
- Tragen Sie weder Spachtelmasse noch Farbe auf, wenn die relative Luftfeuchtigkeit über 70 % liegt;
- Setzen Sie professionelle Luftentfeuchter ein. Diese beschleunigen die Trocknung und reduzieren das Risiko späterer Schäden. Beim Beheizen feuchter Raumluft wird viel Feuchtigkeit freigesetzt, die an kalten Wänden kondensiert. Luftentfeuchter ziehen diese effektiv aus der Raumluft;
- Informieren Sie den Kunden bereits zu Beginn, dass die Arbeiten länger dauern können. Ein zusätzlicher Trocknungstag ist immer besser als eine spätere Reklamation.
Eine Wand kann sich trocken anfühlen und dennoch Feuchtigkeit im Inneren enthalten. Wird die Heizung plötzlich hochgefahren, beginnt diese Feuchtigkeit von innen zu wirken. Es kommt zu Rissbildung, frische Fugen lösen sich, Farbe haftet nicht, es entstehen Flecken und die Bedingungen für Schimmelbildung sind vorzüglich.
Im Winter wird mit anderen Materialien gearbeitet als im Sommer
Ein Fehler, der vielen Handwerkern unterläuft, ist die Verwendung der gleichen Materialien das ganze Jahr über und unabhängig von den klimatischen Bedingungen. Bei Trockenbau- und Malerarbeiten kann dies im Winter zu Rissbildung und schlechter Haftung führen.
Tipps für Handwerker:
- Verwenden Sie Spachtelmassen mit höherer Elastizität und verlängerter Abbindezeit;
- Nutzen Sie flexible Spachtelmassen und Fugenbänder für Gipskartonsysteme;
- Setzen Sie auf kondenswasser- und schimmelresistente Acrylfarben, die für den Einsatz unter winterlichen Bedingungen besser geeignet sind als andere Farbarten.
Mit dem technischen Fortschritt wurden auch Baustoffe weiterentwickelt, sodass sie sich heute unter winterlichen Bedingungen effektiv einsetzen lassen. Wichtig ist jedoch, die Herstellerangaben zu befolgen.
Materialien für die Verwendung im Winter wurden speziell für anspruchsvolle Baustellenbedingungen entwickelt. Sie sind flexibler, vertragen Wärmeschrumpfung und -ausdehnung besser, und kommen auch besser mit Feuchtigkeit und Kondenswasser zurecht.
Mindesttemperatur für Trockenbau- und Malerarbeiten
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Arbeiten bei zu niedrigen Temperaturen.
Tipps für Handwerker:
- Die Innentemperatur sollte während der Arbeiten und mindestens 48 Stunden danach nicht unter +5 °C fallen, damit die Materialien gut trocknen können. Ideal sind Raumtemperaturen zwischen 15 und 20 °C;
- Der Raum sollte nach Abschluss der Arbeiten nicht abrupt aufgeheizt werden, da zu schnelles Trocknen unweigerlich zu Rissen führt;
- Sanfte, gleichmässige Beheizung ist besser als starke Heizgeräte, die direkt auf die Wand gerichtet sind. Punktuelle, intensive Wärmequellen führen zum schnellen Austrocknen von Baustoffen und dadurch zu Schwindprozessen infolge feuchtebedingter Volumenänderungen, die wiederum Spannungen und Mikrorisse verursachen können. Gute Lösungen sind Elektro-Heizlüfter und vor allem Infrarot-Heizstrahler, da sie Wärme gleichmässig und schonend abgeben.
Halten Sie sich stets an die goldene Regel: Passen Sie nicht die Arbeiten den Gegebenheiten vor Ort an, sondern die Gegebenheiten den Anforderungen der Arbeiten.
Lüften ist notwendig - aber mit Bedacht!
Belüftung ist für die Trocknung frischer Materialien unerlässlich. Falsches Lüften kann jedoch mehr schaden als nützen. Viele Menschen machen den Fehler, entweder zu wenig zu lüften oder die Fenster dauerhaft geöffnet zu halten.
Tipps für Handwerker:
- Ideal ist kurzes, intensives Stosslüften mehrmals am Tag;
- Die Fenster sollen nicht dauerhaft gekippt oder geöffnet bleiben, damit die Wände nicht auskühlen.
- Erhöhen Sie nach dem Lüften die Heiztemperatur nicht abrupt.
So wird Feuchtigkeit abgeführt, ohne dass dabei die Wandflächen zu stark abkühlen. In Kombination mit sanfter Beheizung und einem Luftentfeuchter ist dies die sicherste Methode, Feuchtigkeit zu entfernen, ohne Schäden an Verputz, Anstrich und anderen Materialien zu riskieren.
Im Winter ohne Zeitdruck arbeiten!
Im Winter kann man es sich nicht leisten, die Arbeit um jeden Preis schnell voranzutreiben. Teilen Sie dem Kunden daher gleich zu Beginn mit, dass Maler- und Trockenbauarbeiten in den kalten Monaten länger dauern als im Sommer.
Nur so können Sie die gewünschte Qualität gewährleisten und somit Reklamationen, schlechte Bewertungen und einen Imageschaden vermeiden. Falls ein Kunde sagt: „Passt schon, fühlt sich trocken an, wir machen weiter“, erklären Sie ihm, welche Folgen wenige Tage später auftreten können.
Im Winter kann nicht im gleichen Tempo gearbeitet werden wie im Sommer. Kürzere Tage, langsamere Materialtrocknung und Temperaturschwankungen erfordern längere Zeitfenster.
Planen Sie grössere Zeitabstände zwischen den einzelnen Arbeitsschritten ein und richten Sie Ihre Abläufe auch nach der Wetterlage.
Ohne Auftragsflaute durch den Winter!
Obwohl Trockenbau- und Malerarbeiten auch im Winter durchgeführt werden, ist das Arbeitsvolumen in der kalten Jahreszeit oft geringer. Viele Trockenbauer und Maler folgen dann dem Motto „nehmen, was kommt“, und akzeptieren schlechte Bedingungen oder enge Fristen. Dieses Problem lässt sich jedoch mit der Daibau-Plattform lösen.
Auch in den Wintermonaten werden auf der Daibau-Plattform von Auftraggebern aus der ganzen Schweiz zahlreiche Anfragen für Maler- und Trockenbauarbeiten gestellt. Registrierte Handwerker haben dadurch die Möglichkeit, Aufträge gezielt auszuwählen, und das sogar in Zeiten, in denen bei anderen der Betrieb stillsteht. Aus diesem Grund nutzen immer mehr Bau- und Handwerksbetriebe die Daibau-Plattform als leistungsstarkes Werkzeug, mit dem sie ganzjährig Aufträge finden und Projekte gezielt auswählen können.
Mit der Daibau-Plattform können Sie:
- Aufträge finden, die zu Ihrem Zeitplan passen - ohne Zeitdruck;
- Projekte nach Standort, Leistungsspektrum und Zeitraum auswählen;
- Ihren Terminkalender auch im Winter sinnvoll füllen - ohne Stress;
- sich als Handwerker positionieren, der unabhängig von den Witterungsbedingungen Qualität liefert.
Sie erhalten klar definierte Anfragen von Kunden, die genau wissen, was sie wollen.
Durch Ihre Registrierung auf der Daibau-Plattform werden Sie für tausende Nutzer sichtbar, die nach Fachbetrieben wie Ihrem für Maler- und Trockenbauarbeiten suchen.
Es stehen Ihnen verschiedene Daibau-Pakete mit unterschiedlichen Vorteilen zur Verfügung. Wählen Sie das Paket, das zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget passt, und sichern Sie sich ganzjährig seriöse und attraktive Anfragen.
Indem Sie die oben angeführten Richtlinien beachten, leisten Sie nicht nur qualitativ hochwertige Arbeit und vermeiden Kundenbeschwerden, sondern erarbeiten sich auch einen guten Ruf. Fachkompetenz und Erfahrung im Arbeiten unter winterlichen Bedingungen bringen Ihnen gute Kundenbewertungen und positive Rezensionen. Lassen Sie sich vom Winter nicht ausbremsen!
Wir tun es auch nicht! Wir wünschen Ihnen auch im Winter erfolgreiche Projekte.
Ihr Daibau-Team
Fachartikel
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