Im Beitrag:
1. Planung mit System: Beleuchtung bewusst gestalten
Die Lichtplanung gehört zu den wichtigsten, aber oft vernachlässigten Aspekten bei der Gestaltung von Wohnräumen. Dabei hat sie massgeblichen Einfluss darauf, wie Räume wahrgenommen werden und wie funktional sie sind. Wenn die Beleuchtung oft erst am Ende geplant wird, ist es meist zu spät, um das optimale Ergebnis zu erzielen, da beispielsweise die Leitungen für Wandleuchten fehlen. Deshalb raten wir dazu, sich rechtzeitig an einen erfahrenen Lichtplaner oder Innenarchitekten zu wenden.
Eine professionelle Lichtplanung beginnt mit einer gründlichen Analyse der Räume und ihrer Nutzung. Anschliessend entwirft der Lichtplaner ein Beleuchtungskonzept, das den Charakter jedes Raums unterstreicht und unterschiedene Beleuchtungsarten nutzt. Dabei werden Helligkeit, Farbtemperatur, Steuerung und Position der Leuchten exakt aufeinander abgestimmt. So entsteht eine Wohnraumbeleuchtung, die sich dem Alltag anpasst und energieeffizient, harmonisch sowie emotional ansprechend ist.
2. Was gehört zum Beleuchtungskonzept?
Zu einem professionellen Beleuchtungskonzept gehört zunächst die Analyse der Räume und Nutzungszonen (Kochen, Lesen, Arbeiten, Entspannen, Schlafen usw.), da jede Tätigkeit unterschiedliche Anforderungen an Lichtstärke und Lichtfarbe stellt. Anschliessend werden die Lichtarten und Lichtquellen definiert: Grundbeleuchtung (Deckenleuchten, Einbau-Spots usw.), Zonen- oder Arbeitsbeleuchtung (z. B. Leuchten über der Kücheninsel oder dem Schreibtisch) und Akzentbeleuchtung (für Bilder, Nischen, Pflanzen usw.). Danach werden die Lichtfarbe und -intensität sowie die Platzierung und Steuerung der Leuchten bestimmt. Natürlich beziehen professionelle Lichtplaner auch den Tageslichteinfall sowie die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in die Planung ein.
3. Beleuchtung der einzelnen Räume
3.1 Wohnzimmer
Horizontale Beleuchtung
Das Wohnzimmer ist das Herzstück des Wohnbereichs, ein Ort zum Entspannen, Zusammensein und Wohlfühlen nach einem langen Tag. Bei der Planung der Wohnzimmerbeleuchtung sollte man sich an das Grundprinzip halten, nach dem möglichst viel Licht aus horizontaler Richtung kommen sollte. So kann man eine angenehme, blendfreie Beleuchtung schaffen. Deshalb werden im Wohnzimmer Wandleuchten und Stehleuchten eingesetzt, die ein weiches, seitliches Licht erzeugen. Idealerweise sollten mehrere Lichtquellen mit unterschiedlicher Intensität eingesetzt werden, um abwechslungsreiche Lichtstimmungen zu erzeugen. Wandleuchten sorgen für ein wohnliches Ambiente und können gleichzeitig Deko-Elemente oder Kunstwerke gezielt in Szene setzen.
Tisch- und Stehleuchten
Ein besonders ansprechender Bestandteil der Wohnzimmerbeleuchtung ist die Leseleuchte neben dem Sofa oder dem Sessel. Es gibt eine riesige Auswahl an Leseleuchten, die meist als Stehlampen, manchmal auch als Tischlampen ausgeführt sind. Empfehlenswert sind mehrfunktionale Stehleuchten, deren Licht auch an die Decke gerichtet werden kann. Dieses indirekte Licht sorgt vor allem abends für eine ruhige, entspannte Atmosphäre.
Viele Modelle ermöglichen Dimm- oder Farbtemperaturregelung, damit das Licht an jede Situation bzw. an unterschiedliche Aktivitäten im Wohnzimmer angepasst werden kann. Wenn die Stehleuchte stark genug ist, kann auf zusätzliche Wandleuchten oft verzichtet werden. Daher sollte man sich vor dem Kauf und der Installation von Wandleuchten überlegen, ob diese überhaupt benötigt werden. Schliesslich möchte man auch bei der Beleuchtung unnötige Kosten vermeiden.
Beim Fernsehen empfiehlt sich eine sanfte Hintergrundbeleuchtung hinter oder neben dem Bildschirm, um Kontraste zu mildern und die Augen zu schonen. Aus diesem Grund verfügen moderne TV-Geräte normalerweise bereits über integrierte LED-Ambilight-Systeme.
4. Küche mit Essbereich
Mehrere Lichtquellen für unterschiedliche Aufgaben
Die Küche ist heute nicht mehr nur Arbeitsraum, sondern auch kommunikativer Treffpunkt. Daher sollte die Beleuchtung sowohl funktional als auch atmosphärisch abgestimmt sein. Das Licht sollte hier von oben auf die Arbeitsflächen fallen, damit Schatten vermieden werden. Ideal ist eine Kombination aus Grundbeleuchtung und Arbeitslicht.
Eine praktische und elegante Lösung sind Einbauleuchten oder LED-Panels in der Decke, die eine gleichmässige, energieeffiziente Grundausleuchtung garantieren. Mit der richtigen Wahl der Deckenleuchten lässt sich auch eine praktische Arbeitsbeleuchtung über der Arbeitsplatte oder der Kücheninsel sicherstellen. Für Kochfeld und Spüle sind integrierte Leuchten in der Dunstabzugshaube oder Unterbauleuchten unter den Oberschränken zu empfehlen.
Wenn keine Hängeschränke vorhanden sind, können niedrig montierte Wandleuchten die Arbeitsflächen optimal beleuchten. In der Küche ist die Verwendung von LED-Leuchtmitteln zu empfehlen, da sie wenig Wärme abgeben, energiesparend sind und eine lange Lebensdauer haben.
Direktes Licht über dem Esstisch
Im Essbereich sollte die Hauptleuchte den Esstisch direkt ausleuchten. Im Esszimmer ist es wichtig, dass die Deckenleuchte den Esstisch direkt ausleuchtet. Achten Sie bei der Auswahl der Leuchte auf eine angemessene Lichtregulierung, um Blendung zu vermeiden. Einige Leuchtenmodelle ermöglichen zusätzlich indirektes Licht, das die Decke sanft aufhellt und den Raum grösser wirken lässt. Eine gute Möglichkeit der Esszimmerbeleuchtung sind LED-Lichtkanäle und Lichtleisten in der abgehängten Decke, die für eine elegante, gleichmässige Hintergrundbeleuchtung sorgen.
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