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    Wie Steinwolle die Fassade schützt und Energiekosten senkt

    Die Fassade ist die grösste zusammenhängende Fläche der Gebäudehülle und damit auch für einen grossen Teil des Wärmeverlustes verantwortlich. Deshalb gehört die Dämmung der Aussenwände zu den wirksamsten Massnahmen einer energetischen Sanierung, die sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt schont. Dabei stellt sich natürlich die Frage nach dem richtigen Dämmstoff. Eine gute Wahl ist Steinwolle, die sehr gute Dämmeigenschaften aufweist, einfach zu verarbeiten ist und zudem höchste Ansprüche an Brand- und Schallschutz erfüllt.
    Fachartikel
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    1. Wie wählt man den richtigen Fassadendämmstoff aus?

    Fassadendämmstoffe müssen vielseitig belastbar sein: Sie sollen Energieverluste minimieren, guten Brandschutz gewährleisten, Schallschutz bieten und auch bei wechselnden Temperaturen zuverlässig funktionieren. Am wichtigsten ist es, dass er die Aussenwand gut genug dämmt und kosteneffizient ist. Je nach Bauaufgabe sind weitere Faktoren relevant, etwa die maximale Dämmstoffdicke, die Art des Untergrunds oder die Feuchtebeanspruchung.

    Darüber hinaus können besondere Anforderungen an den Brandschutz, die Schalldämmung oder den sommerlichen Hitzeschutz relevant sein. Letzterer hängt oft von der sogenannten Phasenverschiebung ab - also der Zeitspanne, die vergeht, bis sich eine Temperaturänderung auf der Aussenseite im Innenraum bemerkbar macht. Auch Dampfdiffusionsoffenheit und wasserabweisende Eigenschaften können bei der Materialwahl eine wichtige Rolle spielen. Erst die ganzheitliche Betrachtung all dieser Punkte ermöglicht es, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die sowohl technisch sinnvoll als auch wirtschaftlich tragfähig ist.

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    Platten und Lamellen aus Steinwolle sind leicht zu verarbeiten.

    2. Was ist Steinwolle?

    2.1 Steinwolle ist eine Variante der Mineralwolle

    Steinwolle ist eine Form der Mineralwolle, die aus geschmolzenem Vulkangestein gewonnen wird. Sie bietet sowohl Wärme- als auch Schall- und Brandschutz und kann in nahezu allen Bereichen der Gebäudehülle eingesetzt werden. Zudem ist Steinwolle diffusionsoffen und daher ideal für den Einsatz in dampfdiffusionsoffenen Bauteilen. Sowohl Dämmstoffplatten als auch -lamellen aus Steinwolle zeichnen sich durch eine stabile Rohdichte und hohe Festigkeit aus, weshalb sie besonders gut für das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) geeignet sind. Darüber hinaus lässt sich Steinwolle leicht verarbeiten und auf fast jedem Untergrund anbringen, auch auf Holz- oder Metallkonstruktionen.

    2.2 Dämmplatten und Lamellen aus Steinwolle

    Steinwolle wird in Form von Dämmstoffplatten und -lamellen verbaut. Der Unterschied besteht vor allem in der Ausrichtung der Fasern. Bei Platten sind diese parallel, bei Lamellen dagegen senkrecht zum Untergrund ausgerichtet, wodurch Lamellen abreissfester sind. Ausserdem werden Lamellen in kleineren Formaten hergestellt als Platten. Beides führt dazu, dass Steinwolle-Lamellen leichter und schneller zu verarbeiten sind als Steinwolle-Platten, da es oft ausreicht, sie nur an der Fassade zu verkleben, während Platten zusätzlich verdübelt werden müssen.

    3. Steinwolle und Schallschutz

    Steinwolle weist ausgezeichnete schallabsorbierende Eigenschaften auf, weshalb Fassadensysteme mit Steinwolle sehr gute Schalldämmwerte erreichen. Allerdings hängen diese auch von der Dämmstoffdicke und dem Aufbau der Aussenwand ab.

    4. Steinwolle und Brandschutz

    Steinwolle ist ein nichtbrennbarer Dämmstoff der höchsten europäischen Baustoffklasse A1 (nichtbrennbar ohne brennbare Bestandteile). In einem Wärmedämmverbundsystem stellt die Steinwolldämmung mengenmässig den grössten Anteil, allerdings besteht das WDVS auch aus anderen Komponenten, die schlechteren Baustoffklassen angehören (z. B. EPS-Hartschaum). Daher wird das WDVS als Ganzes in der Regel in die Brandschutzklasse A2 eingeordnet (nichtbrennbar mit brennbaren Bestandteilen), was einen sehr hohen Brandschutz garantiert.

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    Steinwolle bietet hohen Wärme-, Schall- und Brandschutz.

    5. Wie dampfdiffusionsoffen und wasserabweisend ist Steinwolle?

    Die Dampfdiffusionsoffenheit eines Materials wird durch den sogenannten Wasserdampfdiffusionswiderstand (Dampfsperrwert oder µ-Wert) angegeben. Der µ-Wert von Steinwolle liegt typischerweise bei 1 bis 2, was bedeutet, dass das Material fast ebenso dampfdiffusionsoffen wie Luft ist. Entgegen häufiger Annahmen bleibt diese Eigenschaft auch im verbauten Zustand erhalten, selbst wenn die Dämmung mit Putzschichten überzogen wird (vorausgesetzt, es wird ein passender, ebenfalls diffusionsoffener Oberputz eingesetzt).

    Für den Einsatz im WDVS gedachte Produkte aus Steinwolle sind werkseitig imprägniert und dauerhaft hydrophob, also wasserabweisend. Wichtig ist jedoch, dass es während der Verarbeitung zu keinem Feuchteeintrag in die Dämmung kommt. Sollte dies dennoch geschehen, muss die Dämmung vollständig austrocknen, bevor die abschliessenden Schichten aufgebracht werden.

    Steinwolle trocknet sehr schnell. Trotzdem sollten die Wandflächen bei allen Fassadenarbeiten unabhängig vom verwendeten Dämmstoff stets mit einem Fassadenschutznetz vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

    6. Verarbeitung von Steinwolle

    Bei der Verarbeitung von Steinwolle sind keine besonderen Brandschutzmassnahmen erforderlich, da das Material nichtbrennbar ist. Dennoch sollten die Hinweise zur persönlichen Schutzausrüstung beachtet werden, um Haut- und Atemwegsreizungen zu vermeiden. Des Weiteren ist zu beachten, dass Steinwolle bei unsachgemässer Lagerung oder Verarbeitung Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dies mindert die Dämmleistung und kann in Verbindung mit anderen Baustoffen zu Bauschäden führen. Deshalb sollte Steinwolle stets trocken gelagert, vor Niederschlag geschützt und nur in dafür geeigneten Konstruktionen eingesetzt werden.

    7. Steinwolle: Preis pro m2

    Steinwollprodukte haben sehr unterschiedliche Preise, da diese von der Plattendicke und der Funktion (Standarddämmung, Dachbodendämmung, Schalldämmung, Rohrisolierung usw.) abhängen. Fassadendämmplatten aus Steinwolle kosten je nach Materialstärke und Anbieter etwa CHF 30-50 pro m2.

    7.1 Förderungen

    In der Schweiz wird die Dämmung der Aussenwände durch das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen gefördert. Weil die konkreten Förderbedingungen und Beitragssätze von den Kantonen festgesetzt werden, variieren Höhe und Kriterien von Kanton zu Kanton und manchmal sogar von Gemeinde zu Gemeinde. Genaue Informationen zu den Fördermöglichkeiten in Ihrem Kanton erhalten Sie bei der kantonalen Energieberatungsstelle.

    Damit die Fassadendämmung gefördert wird, müssen die geltenden Mindestanforderungen erfüllt werden (ausreichend niedriger U-Wert). Bei Sanierungen wird oft eine bestimmte U-Wert-Verbesserung verlangt. Für besonders effiziente Gebäudesanierungen, bei denen auch die GEAK‐Klasse verbessert wird, gibt es zusätzliche Boni (Bonus Gebäudehülleneffizienz).

    Kantone, Gemeinden und lokale Energieversorger (oder Banken mit Umwelthypotheken) bieten häufig Zuschüsse oder Zinsvergünstigungen zusätzlich zum kantonalen Beitrag. Deshalb lohnt es sich, lokale Programme abzufragen. Erstinformation und eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten erhalten Sie bei der Energieberatungsstelle.

    8. Fazit

    In sehr vielen Situationen erweist sich Steinwolle als die beste Wahl. Die Verarbeitung des Dämmstoffs ist einfach (insbesondere bei Verwendung von Steinwolle-Lamellen). Die Kosten für eine Fassade mit Steinwolldämmung sind zwar etwas höher als bei einer Polystyroldämmung, doch sollte nicht vergessen werden, dass Steinwolle gegenüber Polystyrol mehrere Vorteile aufweist: besonders hoher Brandschutz (Brandschutzklasse A1), bessere Schalldämmung, höhere Diffusionsoffenheit (kann Feuchtigkeit besser ableiten als EPS) und längere Lebensdauer.

    Autor: Daibau.ch Magazin

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