1. Dachsteine
Dachsteine aus Beton sind das Eindeckungsmaterial, das in seinen Eigenschaften den traditionellen Dachziegeln am meisten ähnelt. Betondachsteine zeichnen sich durch gute Lastaufnahmefähigkeit und Stabilität aus. Ausserdem sind sie witterungsbeständig, brandsicher und sehr langlebig. Aufgrund ihrer Dichte garantieren sie besseren Schallschutz als Dachziegel. Der grösste potenzielle Nachteil von Dachsteinen ist ihr hohes Gewicht.
Ähnlich wie Dachziegel sind auch Dachsteine für extrem steile Dächer (über 45° Neigung) weniger gut geeignet. Optisch lassen sich moderne Dachsteine und Dachziegel kaum auseinanderhalten. Ein wichtiger Grund für die Beliebtheit von Dachsteinen sind ihre günstigen Preise, die mit etwa CHF 20 pro m2 deutlich unter den Preisen von Dachziegeln liegen.
2. Blechdach
2.1 Das Blechdach ist längst kein Synonym für Industriebauten mehr
Beim Stichwort „Blechdach“ denken viele Menschen immer noch zuerst an Industriehallen, doch diese Ansicht ist heute völlig überholt. Tatsächlich ist die Verwendung von Metalleindeckungen im privaten Wohnbau keine Erfindung der letzten Jahre, sondern in der Architektur bereits seit den 1960er Jahren bekannt, als das Blechdach in den USA erstmals breite Anwendung fand. Architekten nutzten dieses Material, um markante Einfamilienhäuser zu entwerfen, die auf die wachsende Wohnungsnot nach dem Krieg und den Bedarf an innovativen, preiswerten und dennoch hochfunktionalen Häusern reagierten.
2.2 Das Blechdach ist das langlebigste Eindeckungsmaterial
Dacheindeckungen aus Metall zeichnen sich durch aussergewöhnliche Haltbarkeit und eine minimalistische Optik aus. Zudem können sie selbst auf sehr steilen Dachkonstruktionen montiert werden. Das Blechdach ist auch sehr leicht und stellt eine geringe Belastung für den Dachstuhl dar. Daher können Dachziegel oder Dachsteine im Zuge einer Dachsanierung problemlos durch ein Blechdach ersetzt werden. Besonders trendig sind Trapezbleche, die sich dank ihrer Form durch besonders hohe Lastaufnahmefähigkeit und Stabilität auszeichnen. Wer jedoch die Optik traditioneller Dachziegel mit der Robustheit einer Metalleindeckung vereinen möchte, kann zu Pfannenblechen greifen, die in überzeugender Dachziegeloptik hergestellt werden und sich als kostengünstige, leichte und langlebige Alternative zu herkömmlichen Dachziegeln anbieten.
Blechdächer können aus unterschiedlichen Metallen hergestellt werden, die meistverwendeten Materialien sind verzinktes Stahlblech, Kupferblech, Aluminium und Titanzink. Die Kosten für ein Blechdach hängen stark von dem verwendeten Material und der Verarbeitung ab. Einfache Trapez- und Pfannenbleche kosten ab etwa CHF 15 pro m2. Besonders hochwertige Varianten aus Kupfer oder gar Edelstahl können bis zu CHF 140 pro m2 kosten (Materialkosten ohne Montage).
3. Faserzementplatten
Die vor allem unter dem Handelsnamen „Eternit“ bekannten Faserzement- bzw. Zementfaserplatten sind eine umweltfreundliche Option mit guter Dampfdurchlässigkeit. Überdies sind sie brandsicher sowie frost- und rostbeständig. Optisch ist dieses Eindeckungsmaterial nicht mehr auf die einst gängigen Wellplatten beschränkt. Besonders gefragt sind heute Produkte mit eleganten Schindelmustern (Rhomben und Rechtecke) und täuschend echten Dachziegeloptiken. Allerdings gelten Wellplatten als widerstandsfähiger und stabiler, sodass sie auch auf besonders steilen Dächern eingesetzt werden können. Bei flachen Dächern sorgen sie dagegen für einen guten Niederschlagsablauf).
Zur Herstellung von Faserzement werden längst keine Asbestfasern mehr verwendet, sodass moderne Faserzementplatten gesundheitlich völlig unbedenklich sind.
Zu den wichtigsten Vorteilen von Faserzementplatten zählt ihr günstiger Preis, weshalb sie oft von Hausbesitzern mit begrenztem Budget gewählt werden. Faserzementplatten bieten zu einem günstigeren Preis alles, was auch Dachziegel bieten. Die Materialkosten von Faserzementplatten belaufen sich je nach Produkt auf CHF 20 bis CHF 80 pro m2.
4. Bitumen Dachschindeln
4.1 Bitumen Dachschindeln sind flexibel einsetzbar
Bitumen wird sowohl auf Flach- als auch auf Steildächern verwendet, jedoch in unterschiedlicher Form. Bitumen Dachschindeln für Steildächer sind vielseitig einsetzbar, preisgünstig, leicht und flexibel sowie robust und pflegeleicht. Sie sind in neutralen Farben wie Grau und Schwarz oder auch in intensiveren Farbtönen wie Rot oder Grün erhältlich.
Genau wie Blecheindeckungen können auch Bitumen Dachschindeln auf Dächern mit extremer Neigung verlegt werden.
4.2 Nachteile von Bitumen Dachschindeln
Bitumen Dachschindeln lassen sich zwar leicht verlegen, erfordern jedoch eine Dachschalung. Optisch kann die Eindeckung schnell billig und unansehnlich wirken. In der Schweiz werden Bitumenschindeln vor allem auf Nebengebäuden verlegt, während sie auf Wohngebäuden unüblich sind. Einfache Bitumenschindeln kosten zwischen CHF 18 und CHF 25 pro m2, besonders hochwertigere Varianten können auch etwas teurer sein.
5. Polycarbonat Platten
Dieses interessante Material aus Kunststoff ist vor allem als Eindeckung für Gewächshäuser und Carports bekannt, doch in der modernen Architektur wird es auch für Teile von Wohngebäuden verwendet. Die ersten, die Polycarbonat Platten in grossem Massstab einsetzten, waren die Architekten des französischen Büros Lacaton & Vassal, die von seinen aussergewöhnlichen Eigenschaften beeindruckt waren. Das auch unter den Handelsnamen „Lexan“ und „Macrolon“ bekannte Material ist lichtdurchlässig, wodurch es den Raum zusätzlich mit natürlichem Licht füllt und gleichzeitig im Winter eine passive Beheizung durch Sonneneinstrahlung ermöglicht. Der lichtdurchflutete Raum unter einer transparenten Eindeckung bietet eine aussergewöhnliche Wohnqualität.
Darüber hinaus sind Polycarbonat Platten sehr leicht und können im Schadensfall schnell ausgetauscht werden.
6. Solardachziegel
Zu den neuesten und revolutionärsten Produkten auf dem Markt zählen definitiv Dacheindeckungen mit integrierten Solarzellen. Bei diesen sog. Solardachziegeln oder Solardachpfannen handelt es sich um Photovoltaik-Module, die wie herkömmliche Dachziegel aussehen und an deren Stelle zur Dachdeckung verwendet werden können. Das Konzept ist schon längere Zeit bekannt und neue Solardachziegel sind auch optisch ansprechend und kaum von herkömmlichen Dachziegeln zu unterscheiden. Dächer mit integrierten Solardachziegeln sehen genauso aus wie gewöhnliche Ziegeldächer, nutzen aber Sonnenenergie und wandeln sie in nutzbare elektrische Energie um.
So werden für die Solarstromerzeugung keine zusätzlichen Aufbauten auf dem Dach benötigt (keine Aufdachmontage), die die Optik beeinträchtigen würden.
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