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    Effizient dämmen mit Mineralwolle: Funktion, Arten und Kosten

    Mineralwolle gehört zu den meistverwendeten Dämmstoffen im Hochbau. Sie punktet mit niedrigen Wärmeleitfähigkeiten, hervorragenden Schallschutzeigenschaften und hoher Brandsicherheit. Doch was ist Mineralwolle eigentlich, welche Unterschiede gibt es zwischen Glas- und Steinwolle, und wo liegen die Kosten?
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    1. Mineralwolle - ein vielseitiger Dämmstoff

    Ein Dämmstoff muss wie ein Schutzschild wirken: Er hält die Wärme drinnen, lässt Feuchtigkeit entweichen und bleibt formstabil, egal wie heiss oder kalt es draussen wird. Mineralwolle vereint genau diese Eigenschaften und verbessert dadurch die Energieeffizienz von Neubauten wie auch von sanierten Häusern.

    Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen von Mineralwolle gehören die Dachdämmung bei Steildächern (Auf-, Unter- und Zwischensparrendämmung) sowie die Dämmung der obersten Geschossdecke. Auch Bodenkonstruktionen (z. B. über unbeheizten Kellerräumen) werden mit Mineralwolle gedämmt. Beim Flachdach kann ebenfalls eine Mineralwolldämmung zum Einsatz kommen.

    Bei der Fassadendämmung kommt Mineralwolle sowohl für das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) als auch für die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) infrage. Auch mehrschichtige Sandwichplatten, die als praktische Allround-Bauelemente gelten, besitzen unter der Deckschicht aus Metall einen Dämmkern der oft aus Mineralwolle besteht, die neben sehr guten Dämmwerten auch erhöhten Brandschutz garantiert.

    In manchen Situationen wird die Hauswand von innen gedämmt, und auch dazu ist Mineralwolle bestens geeignet. Zudem wird sie als Dämmstoff in Metallständerwänden und anderen Trockenbaukonstruktionen eingesetzt.

    2. Woraus besteht Mineralwolle?

    2.1 Herstellung von Mineralwolle

    Mineralwolle ist der Oberbegriff für verschiedene Dämmstoffe aus anorganischen, faserförmigen Materialien. Grundsätzlich zählen zur Kategorie der Mineralwolle also alle anorganischen Faserdämmstoffe, die überwiegend aus mineralischen Rohstoffen bestehen und für Wärme-, Schall- und/oder Brandschutz eingesetzt werden. Im Bauwesen werden jedoch überwiegend zwei Arten von Mineralwolle verwendet: Steinwolle und Glaswolle. Steinwolle wird überwiegend aus natürlichen Gesteinsarten wie Basalt, Diabas oder Dolomit hergestellt, denen bei der Schmelze oft Recyclingmaterial beigemischt wird. Glaswolle hingegen basiert vor allem auf Altglas und Quarzsand.

    Bei der Herstellung von Steinwolle werden die Rohstoffe bei Temperaturen von etwa 1600 °C geschmolzen. Die flüssige Schmelze wird in feine Fasern zerzogen, beispielsweise durch Schleudern oder Blasen mit Heissluft. Die Fasern werden in einer Sammelkammer aufgefangen und mit einem Bindemittel (meist auf Kunstharzbasis) versetzt. Anschliessend wird das Material durch Wärmebehandlung ausgehärtet, wodurch das Bindemittel vernetzt und die Fasern zu einer formstabilen, elastischen und druckfesten Platte oder Matte verbunden werden.

    Die Herstellung von Stein- und Glaswolle erfolgt also unter Verwendung unterschiedlicher Rohstoffe, aber auch im Ablauf des Schmelzprozesses und der Faserherstellung gibt es einige Unterschiede. Infolgedessen unterscheiden sich beide Mineralwollarten hinsichtlich ihrer Rohdichte, Druckfestigkeit und Wärmespeicherfähigkeit.
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    Dämmung der obersten Geschossdecke mit Glaswolle

    2.2 Lieferformen von Mineralwolle

    Stein- und Glaswolle sind in unterschiedlichen Formen erhältlich. Zum Ausstopfen von Hohlräumen wird Mineralwolle in loser Form (Sackware) eingesetzt. Für die Einblasdämmung werden Mineralwollflocken verwendet. In verschiedenen Bereichen kommen Mineralwollfilzmatten zum Einsatz (z. B. als Klemmfilz für die Zwischensparrendämmung). Die wahrscheinlich bekannteste Lieferform sind jedoch Mineralwollmatten und -platten, mit denen beispielsweise die oberste Geschossdecke oder die Fassade gedämmt wird. Unter Zugabe spezieller Bindemittel und mit angepassten Herstellungsparametern lassen sich auch trittfeste Deckendämmplatten aus Mineralwolle herstellen.

    3. Welche Eigenschaften hat Mineralwolle?

    Mineralwolle ist resistent gegenüber Chemikalien, Insekten und Mikroorganismen. Ihre elastische Struktur macht sie stossfest, bruch- und formstabil sowie langlebig und recyclingfähig. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Mineralwolle nichtbrennbar bzw. feuerbeständig. Während Brände oft Temperaturen von etwa 600 °C erreichen, beginnt Glaswolle erst ab etwa 700 °C zu schmelzen, Steinwolle sogar ab rund 1000 °C. Entzünden kann sich Mineralwolle daher nicht. Im Brandfall schmelzen Stein- und Glaswolle nicht, und es werden auch keine giftigen Rauchgase freigesetzt. Somit ist Mineralwolle auch aus sicherheitstechnischer Sicht eine ausgezeichnete Wahl.

    Mineralwollprodukte, die für den Einsatz im Innenbereich gedacht sind, bestehen aus biologisch abbaubaren Materialien, sind formaldehydfrei und damit gesundheitlich unbedenklich. Sie geben keine Schadstoffe an die Raumluft ab und beeinträchtigen die Luftqualität im Wohnraum nicht. Als faseriger Dämmstoff ist Mineralwolle dampfdiffusionsoffen („atmungsaktiv“), weshalb sie einen Feuchtigkeitsaustausch erlaubt, durch den Kondensatbildung sowie der Befall durch Schimmel und diverse Allergene (typische Auslöser von Atemwegserkrankungen) vermieden werden.

    Der einzige Nachteil von Mineralwolle liegt darin, dass sie nicht dauerhaft feuchtebeständig und daher für Bereiche mit anhaltend hoher Feuchtigkeit oder direktem Wasserkontakt (z. B. nicht abgedichtete Keller oder erdberührte Bauteile) nicht geeignet ist.

    3.1 Schalldämmung und Wärmeleitfähigkeit von Mineralwolle

    Auch in Bezug auf den Schallschutz gehört Mineralwolle zu den leistungsfähigsten Dämmstoffen, denn aufgrund ihrer Faserstruktur absorbiert sie Schall sehr effektiv, und zwar unabhängig davon, ob sie in der Aussen- oder Innendämmung eingesetzt wird.

    Die Wärmeleitfähigkeit von Mineralwolle hängt auch von ihrer Rohdichte ab. Bei sehr niedriger Dichte können Luftbewegungen innerhalb der Fasern den Wärmedurchgang erhöhen, während eine mittlere Dichte diesen Effekt reduziert und die Dämmleistung verbessert. Wird die Dichte jedoch zu hoch, steigt die Wärmeleitfähigkeit wieder leicht an, da der Feststoffanteil zunimmt. Je nach Produkttyp liegt der Bemessungswert zwischen 0,030 und 0,045 W/mK. Dies ist ein sehr guter Wert im Vergleich zu den meisten gängigen, diffusionsoffenen Dämmstoffen.

    3.2 Mineralwolle als Dämmstoff

    Mineralwolle weist hervorragende wärmedämmende Eigenschaften auf, weshalb eine Mineralwolldämmung den Energiebedarf für die Gebäudeheizung und -kühlung deutlich reduzieren kann. Weniger Energieverbrauch bedeutet langfristig niedrigere Betriebskosten und geringere CO₂-Emissionen.

    Durch ihre faserige Struktur und die darin enthaltenen Lufteinschlüsse weist Mineralwolle eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit auf (wie oben beschrieben). Dadurch sorgt sie im Winter dafür, dass Wärme im Gebäude gehalten wird, während sie im Sommer dazu beiträgt, den Wärmeeintrag zu reduzieren. Vor allem Steinwolle besitzt durch ihre höhere Rohdichte zusätzlich eine gute Wärmespeicherfähigkeit, dank der sie den Wärmedurchgang (also die Phasenverschiebung) verzögert und somit dazu beiträgt, sommerliche Innenraumüberhitzung zu vermeiden. Darüber hinaus lässt sich mit Fassaden- und Dachdämmung aus Mineralwolle der Entstehung von Wärmebrücken effizient vorbeugen.

    Dank ihrer Elastizität ist Mineralwolle hervorragend als Dämmstoff für die Zwischensparrendämmung geeignet. Klemmfilz aus Mineralwolle passt sich flexibel an Unebenheiten an und füllt selbst kleine Hohlräume aus. Das ist in der Praxis ein erheblicher Vorteil gegenüber starren Dämmplatten aus Polystyrol, da Baukonstruktionen selten völlig eben sind und jede Fuge potenziell Wärme- oder Feuchtigkeitsprobleme verursachen kann.

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    Mineralwolle für die Dämmung von Trockenbauwänden

    4. Glaswolle und Steinwolle - Unterschiede

    Der Hauptunterschied liegt in den Rohstoffen, aus denen die beiden Mineralwollarten hergestellt werden, und den daraus resultierenden Eigenschaften. Glaswolle wird überwiegend aus Quarzsand und Altglas hergestellt. Sie ist elastischer und besitzt längere Fasern als Steinwolle. Dadurch lässt sie sich stark komprimieren, was das Transportvolumen reduziert und die Handhabung erleichtert.

    Steinwolle basiert dagegen auf Vulkangesteinen wie Basalt, Diabas oder Dolomit, denen bei der Herstellung Koks zugesetzt wird. Sie ist druckfester und formstabiler als Glaswolle. Ausserdem besitzt sie eine höhere Rohdichte, was ihre Brandschutz- und Schalldämmwerte verbessert und ihr zugleich eine höhere Wärmespeicherfähigkeit verleiht.

    Die Herstellungsverfahren von Glas- und Steinwolle ähneln sich, unterscheiden sich aber in der Art, wie die Schmelze zerfasert wird. Bei der Herstellung von Steinwolle wird sie meist auf schnell rotierende Walzen gegossen, während sie bei der Herstellung von Glaswolle in rotierende Düsen eingeblasen wird. Die Verarbeitung auf der Baustelle ist schnell und einfach, da der Werkstoff nicht passgenau zugeschnitten werden muss, wie das bei starren Polystyrol-Dämmplatten der Fall ist. Dicht eingebaut dehnt sich das Material von selbst aus, schliesst alle Hohlräume und minimiert so die Gefahr von Wärmebrücken.

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    Dämmstoffplatten aus Steinwolle

    5. Mineralwolle - Preis

    Obwohl sie in verschiedenen Lieferformen erhältlich sind, werden Glas- und Steinwolle grösstenteils als Rollenware oder in Plattenform verkauft. Die Preise variieren je nach Zusammensetzung, Stärke, Dichte, Form, Einsatzzweck (z. B. für Dach, Fassade oder Innenbereich) und Hersteller.

    Glaswolle (Klemmfilz) ist ab etwa CHF 5/m² erhältlich; für stärkere Matten (z. B. 220 mm) sollte man etwa CHF 20/m² einplanen. Für das WDVS und andere Fassadensysteme werden überwiegend Steinwollfassadenplatten verwendet. 50 mm starke Fassadenplatten aus Steinwolle kosten etwa CHF 21-23/m², 100 mm starke Platten etwa CHF 40-42/m², und 200 mm starke Dämmplatten kosten je nach Produktfamilie zwischen CHF 80/m² und CHF 142/m². Damit ist Glaswolle häufig die wirtschaftliche Lösung für Innenausbau und Zwischensparrendämmung, wohingegen Steinwolle nach wie vor die erste Wahl für die Fassadendämmung bleibt, da sie in puncto Brandschutz, Schallschutz und Formstabilität besser abschneidet.

    Autor: Daibau.ch Magazin

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