Die Kunst des Pflasterns hat eine lange Geschichte: Schon die Römer nutzten Pflastersteine für ihre Strassen und Plätze – viele davon trotzen der Zeit und erzählen Geschichten von vergangener Ingenieurskunst. Heute ist das Pflastern eine unverzichtbare Technik, um robuste und optisch ansprechende Oberflächen im öffentlichen und privaten Raum zu gestalten.
Denken Sie darüber nach, Ihre Aussenflächen zu verschönern? Egal ob Auffahrt, Gartenweg oder Terrasse – die Wahl des richtigen Materials und die Kostenplanung sind der erste Schritt zum Erfolg. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick zu den Materialien und Kosten einer Pflasterung.
Wie läuft eine Pflasterung ab?
Die Pflasterung von Aussenflächen erfolgt unabhängig vom gewählten Material in zwei Phasen. In der ersten Phase werden der Unterbau und das Pflasterbett vorbereitet, während in der zweiten Phase die Pflastersteine oder -platten verlegt und verfugt werden. Das Ziel der ersten Phase ist es, einen ausreichend tragfähigen Untergrund und angemessene Entwässerung sicherzustellen.
Für den Unterbau wird zunächst eine Ausschachtung vorgenommen, die 40 bis 70 cm unter die endgültige Höhe der Pflastersteine bzw. bis zur tragenden Schicht reichen muss. Darauf folgt eine Aufschüttung mit frostbeständigem Schotter. Um dem Einsickern der Aufschüttung ins Erdreich vorzubeugen, kann zuvor eine Drainagefolie ausgelegt werden. Der Schotter wird mit einer Rüttelplatte bis zur entsprechenden Tragfähigkeit verdichtet. Zwecks Regenwasserableitung ist beim Anlegen des Unterbaus ein Gefälle von mindestens 2,5 % einzuhalten.
Das Pflasterbett besteht in der Regel aus einer 3 bis 5 cm dicken Splittschicht, die auf den Unterbau bzw. die Drainagefolie aufgeschüttet wird. Dabei muss das ausgeführte Gefälle erhalten bleiben.
In das Pflasterbett werden die Pflastersteine verlegt, wobei auf eine angemessene Fugenbreite (meist 3 bis 5 cm) zu achten ist. Beim Verlegen ist auf gerade Linien und eine ebene Fläche zu achten. An den Rändern und Kanten müssen die Pflastersteine gebrochen oder geschnitten werden. Um Stabilität, einwandfreie Optik und eine hohe Lebensdauer Ihrer Pflasterfläche zu garantieren, sollten Sie diese Arbeiten einem erfahrenen Fachbetrieb anvertrauen.
Wie viel kostet das Pflastern von Aussenflächen? Die Kosten hängen hauptsächlich vom Material, der Pflasterbauweise (gebunden, ungebunden, gemischt) und dem Verlegemuster ab. Die Preisspanne reicht von CHF 100 bis CHF 130 / m² (Gesamtkosten inkl. Aushub).
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Auswahl des Pflastermaterials
Pflastersteine und -platten werden aus Naturstein oder Beton hergestellt. Beide Materialien lassen eine Vielzahl an unterschiedlichen Formen und Farben zu. Achten Sie bei der Auswahl auf das Erscheinungsbild Ihres Hauses und seiner Umgebung sowie auf die physikalischen Eigenschaften der unterschiedlichen Pflastersteine. Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch der Preis des gewählten Materials.
Betonpflaster
Betonpflaster (auch Betonsteinpflaster genannt) wird in seinen verschiedenen Formen zur Pflasterung unterschiedlicher begehbarer und befahrbarer Flächen verwendet. Pflastersteine und -platten aus Beton sind für den Gartenweg genauso geeignet wie für die Einfahrt.
Betonpflaster bietet etliche Vorteile: Es ist pflegeleicht sowie frost-, salz- und feuchtigkeitsbeständig. Darüber hinaus sind Betonpflastersteine und -platten in unterschiedlichen Formen und Farben erhältlich (sehr beliebt ist z. B. das Wabenverbundpflaster). Zu den verbreitetsten Varianten zählen Waschbetonplatten, sandgestrahlte Betonplatten, glatte Betonplatten und Rasengittersteine.
Waschbetonplatten werden bei ihrer Herstellung mit einem Erstarrungsverzögerer und einem Wasserstrahl behandelt, sodass die Gesteinskörnung freigelegt wird. Dadurch erhalten sie ihre typische Optik, die je nach verwendeter Gesteinskörnung variiert.
Sandgestrahlte Betonplatten erhalten durch das Verfahren des Sandstrahlens eine natürliche, leicht gezähnte Optik und eine rutschfeste Oberfläche. Sie können zusätzlich imprägniert werden, um ihre Schmutzresistenz weiter zu verbessern. Meistens werden sie als Gehwegplatten oder Gartenplatten eingesetzt.
Glatte Betonplatten weisen eine schlichte, unauffällige Optik auf, dank der sie sich in sehr unterschiedliche Aussenbereiche integrieren lassen. Auch Rasengittersteine sind normalerweise glatt. Sie kommen dort zum Einsatz, wo eine Oberflächenbefestigung bei gleichzeitigem Erhalt der Grünfläche gewünscht ist, was beispielsweise auf Parkplätzen und Einfahrten oft der Fall ist. Rasengitter bestehen aus zwei Schichten – einer unteren Betonschicht und einer Oberschicht aus Quarzsand, der für Frost- und Salzbeständigkeit sorgt.
Eine besondere Kategorie des Betonsteinpflasters ist das Behaton Pflaster.
Diese Art von Pflastersteinen ist unter verschiedenen Namen bekannt: Knochenstein, Doppel-T-Verbundstein, H-Verbund, DV-Pflaster (DV 8 oder DV 10) oder eben Behaton. Es handelt sich um einen Doppelverbundstein, der als Klassiker unter den Verbundsteinen gilt, da er funktional und zugleich optisch ansprechend ist.
Doppel-T-Verbundsteine werden dank ihrer Form beim Verlegen miteinander verzahnt, wodurch eine besonders starke Verbundwirkung entsteht. Die fest angeformten Doppelnocken gewährleisten einen besonders effektiven Schutz vor Verschiebung. Die einfache Verlegung (Doppel-T-Verbundsteine sind maschinenverlegbar) und die niedrigen Materialkosten machen dieses Pflaster zu einer sehr wirtschaftlichen Wahl (insbesondere für grossflächige Pflasterungen).
Behaton-Verbundsteine sind in verschiedenen Formaten, Farben und Stärken erhältlich. Sie zeichnen sich durch eine gute Rutschhemmung aus und eignen sich hervorragend für Verkehrswege. Pflastersteine mit einer Stärke von 8 cm können von PKW-Verkehr, 10 und 12 cm starke Ausführungen dagegen auch für Schwerlastverkehr befahren werden.
Pflastersteine aus Beton oder Naturstein können in verschiedenen Bauweisen verlegt werden. Bei der ungebundenen Bauweise werden Pflasterbett und Fugenfüllung ohne Bindemittel (Mörtel) ausgeführt. Diese Bauweise wird auch als Standardbauweise bezeichnet. Im Gegensatz dazu werden bei der gebundenen Bauweise sowohl das Pflasterbett als auch die Fugenfüllung unter Zusatz eines Bindemittels hergestellt. Daneben gib es noch die gemischte Bauweise, bei der nur für die Fugenfüllung ein Bindemittel verwendet wird. Darüber hinaus gib es weitere Bauweisen, für die es aber keine Normen oder Richtlinien gibt.
Sie können sich natürlich auch für Natursteinpflaster entscheiden. Dieses wird aus unterschiedlichen Gesteinsarten wie Tonalit, Porphyr oder dem altbewährten Granit hergestellt. Eine besonders ansprechende Optik bieten Polygonalplatten. Dabei handelt es sich um unterschiedlich gebrochene Natursteine, die nicht in Form gebracht wurden, weshalb sie schwerer zu verlegen sind als herkömmliche Natursteinplatten.
Kopfsteinpflaster
Kopfsteinpflaster ist ein robustes und langlebiges Pflaster aus Natursteinwürfeln mit einer langen Tradition. Häufig findet man es in Innenstädten, doch auch im privaten Bereich wird es zum Pflastern von Einfahrten, Wegen und anderen Flächen verwendet. Die würfelförmigen Pflastersteine werden üblicherweise aus Gesteinsorten mit einem sehr hohen Härtegrad hergestellt (meist Granit oder Basalt). Da sie klein sind, lassen sie sich einfach verlegen und sind auch für geneigte Flächen oder Flächen mit unregelmässigen Formen gut geeignet. Es gibt drei klassische Verlegemuster (Reihenverband, Kreisverband und Segmentbogenverband), die sich auch gut miteinander kombinieren lassen.
Die Kosten von Pflastersteinen und -platten hängen vor allem von dem Material und dem Bearbeitungsgrad ab. Granitwürfel fürs Kopfsteinpflaster kosten etwa CHF 150 / m² Betonpflastersteine in unterschiedlichen Farben und Formaten kosten zwischen CHF 25 und CHF 50 / m². Wabenverbundpflaster, Waschbetonplatten und Rasengitter befinden sich am unteren Ende der Preisspanne. Sandgestrahlte Betonplatten können je nach Ausführung etwas teurer sein.
Outdoor Platten - Fliesen für den Aussenbereich
Viele Menschen bevorzugen Outdoor Platten, die normalerweise aus Feinsteinzeug hergestellt werden. Das Material zeichnet sich durch hohe Widerstandsfähigkeit aus und ist selbst für starke Beanspruchung geeignet.
Da keramische Platten für den Aussenbereich der Witterung ausgesetzt sind, müssen sie rutschhemmend sein, was durch entsprechende Oberflächenbearbeitung erreicht wird. Die Rutschhemmung von Innen- und Aussenplatten wird durch Rutschsicherheitsklassen angegeben. Im Aussenbereich werden Fliesen der Rutschsicherheitsklassen R10, R11 und R12 angewandt, wobei eine höhere Rutschsicherheitsklasse auch höhere Rutschhemmung bedeutet.
Eine besonders wichtige Eigenschaft von Platten für den Aussenbereich ist ihre Frustbeständigkeit. Aus diesem Grund handelt es sich bei Outdoor Platten eigentlich immer um Feinsteinzeug, da sich dieses Material durch eine besonders niedrige Wasseraufnahme von weniger als 0,5 % auszeichnet. Solche Platten können weder durch Feuchtigkeit im Boden noch durch Regenwasser geschädigt werden.
Keramische Aussenplatten sind in unterschiedlichen Optiken erhältlich, wobei grundsätzlich zu eher dunklen Farben geraten wird, auf denen Staub und Schmutz weniger sichtbar sind. Zudem sollten Sie sich für möglichst grosse Platten entscheiden, da deren Reinigung leichter fällt.
Besonders beliebt sind Platten in Natursteinoptik. Auf gebranntem Feinsteinzeug lässt sich nämlich jede Oberfläche in Optik und Haptik täuschend echt nachahmen. Feinsteinzeug in Naturstein- oder sogar Holzoptik sieht nicht nur so aus wie das nachempfundene Material, sondern fühlen sich auch so an.
Feinsteinzeug kostet je nach Qualität, Oberflächenbearbeitung und Plattengrösse zwischen CHF 30 und CHF 100 / m². Die Verlegungskosten für Platten Standardgrössen liegen bei CHF 30 bis CHF 70 / m².
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Pflastersteine und Pflasterplatten im Überblick:
| Pflastermaterial | Eigenschaften | Kosten (CHF/m²) |
| Betonpflaster |
|
25 bis 50 |
| Behaton (Doppel-T-Verbundsteine) |
|
16 bis 20 |
| Kopfsteinpflaster (Naturstein) |
|
150 |
| keramische Platten für den Aussenbereich |
|
30 bis 100 |
Pflastern oder asphaltieren?
Die zweite, ebenfalls sehr beliebte Möglichkeit der Befestigung von Aussenflächen, ist die Asphaltierung. Asphalt ist ein elastischer, hochbelastbarer und langlebiger Belag, der vorwiegend für Einfahrten und Kfz-Stellplätze verwendet wird.
Zu den Vorteilen der Asphaltierung gegenüber der Pflasterung zählt die schnelle Ausführung. Das Asphaltieren nimmt deutlich weniger Zeit in Anspruch als das Pflastern – für eine Fläche von 300 Quadratmetern werden nur wenige Stunden benötigt. Zudem weist Asphalt eine höhere Streusalzbeständigkeit auf als Pflastersteine. Ein enorm wichtiger Vorteil liegt natürlich in den niedrigen Kosten. Die Kosten einer Asphaltierung hängen nicht nur von der Grösse der zu asphaltierenden Fläche ab, sondern auch davon, ob einschichtig oder doppelschichtig asphaltiert wird. Allgemein kostet das Asphaltieren einer bis zu 200 m² grossen Fläche je nach Asphaltdicke und Vorbereitungsaufwand CHF 50 bis CHF 120 / m².
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Asphaltierung hat im Vergleich zur Pflasterung auch einige Nachteile. Dazu gehören in erster Linie die eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten, aufgrund derer viele Menschen das Pflastern als die ästhetisch ansprechendere Option vorziehen. Es ist nämlich wesentlich leichter, Pflastersteine zu finden, die gut zum Stil des Eigenheims und seiner Umgebung passen. Überdies sind Reparaturen von asphaltierten Flächen recht aufwändig und teuer, während sich einzelne, beschädigte Pflastersteine meist problemlos entfernen und ersetzen lassen. Nach der Sanierung einer Pflasterfläche sind die Spuren des Eingriffs nicht mehr zu sehen, bei Asphaltflächen bleiben die geflickten Stellen jedoch sichtbar.
Pflastersteine oder Stempelbeton?
Stempelbeton (auch Prägebeton genannt) ist Beton mit Mustern, die andere Materialien wie Keramikplatten, Klinker, Holz oder Naturstein imitieren. Er wird so genannt, weil die Muster mit Druckmatten auf die Oberfläche gedruckt (gestempelt, geprägt) werden, während der Beton noch nass ist. Um die Optik überzeugender zu machen, wird Stempelbeton häufig auch eingefärbt.
Ein Vorteil von Stempelbeton gegenüber Pflastersteinen ist (wie auch beim Asphaltieren) die schnelle Ausführung, denn Stempelbeton wird wie jeder andere Beton vor Ort gegossen, also betoniert (allerdings gibt es auch vorgefertigte Pflastersteine aus gestempeltem Beton). Darüber hinaus sind die Gestaltungsmöglichkeiten vielfältiger als bei der Pflasterung.
Und wie viel kostet Stempelbeton? Die Kosten hängen von den Details der Oberflächenbehandlung, der Dicke der Betonschicht, der genauen Zusammensetzung des Betons und dem Auftragnehmer ab. Im Schnitt kostet das Betonieren einer 50 m² grossen Fläche mit Stempelbeton etwa CHF 90 / m².
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An dieser Stelle sei erwähnt, dass Stempelbeton im Vergleich zu Pflastersteinen und -platten auch einige Nachteile aufweist. Wenn Pflastersteine ungebunden verlegt werden, funktioniert die Entwässerung besser als auf einer betonierten Fläche. Ausserdem lassen sich betonierte Flächen schwerer sanieren als gepflasterte Flächen.
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