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    Was man vor dem Fensterkauf wissen muss: Kosten, Beschläge und mehr

    Der Kauf von Fenstern für das neue Zuhause will gut überlegt sein, da Fenster nicht nur die Optik, sondern auch das Wohnklima und den Wohnkomfort im Haus massgeblich beeinflussen. Auf dem Schweizer Markt sind zahlreiche Qualitätsunternehmen für die Herstellung, Wartung und Montage von Fenstern tätig. Diese grosse Auswahl ist zwar vorteilhaft, kann jedoch die Entscheidung erheblich erschweren. In diesem Beitrag haben wir einige wichtige Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen beim Fensterkauf helfen sollen.
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    1. Budget für den Fensterkauf

    Bei den Faktoren, die sich auf die Auswahl von Fenstern auswirken, ist an erster Stelle natürlich das zur Verfügung stehende Budget zu nennen, da insbesondere das Material und die Qualität der Fenster davon abhängig sind. Wir raten dazu, zunächst die Höhe der finanziellen Mittel genau festzulegen und sich erst danach das Angebot verschiedener Anbieter anzusehen und konkrete Kostenvoranschläge einzuholen. Kompetente und vertrauenswürdige Anbieter sind in der Lage, Anpassungen und Optimierungen vorzuschlagen, damit Sie für Ihr Budget die Fenster mit dem bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten.

    Die Kosten für neue Fenster hängen von Material, Qualität, Abmessungen und Anzahl der Fenster ab. Neue Fenster für ein typisches Einfamilienhaus kosten in der Regel zwischen CHF 10’000 und CHF 20’000. Wenn Sie den Fenstertausch als Teil einer Gesamtsanierung vornehmen, können Sie durch das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen eine Förderung erhalten.

    2. Energieeffizienz der Fenster

    Fenster lassen nicht nur Tageslicht, sondern auch Wärme und Kälte in den Innenraum. Energetisch ineffiziente Fenster erhöhen den Heizwärmeverlust, was sowohl Ihre Geldbörse als auch die Umwelt belastet. Daher ist die Energieeffizienz der Fenster ein genauso wichtiges Auswahlkriterium wie der Preis. Zudem wird der Einbau energieeffizienter Fenster gefördert.

    Hinsichtlich der Energieeffizienz der Fenster ist auf zwei Kennzahlen zu achten:

    • Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert): Dieser Wert gibt die Wärmeleitfähigkeit des Fensters an. Er verrät, welche Energiemenge innerhalb einer Stunde durch eine Fläche von 1 m² fliesst. Es gibt Werte für das Glas und den Rahmen, der Wert für das gesamte Fenster wird als Uw-Wert bezeichnet (w steht im Englischen für window – Fenster). Je niedriger der U-Wert, desto besser dämmt das Fenster. Moderne Fenster haben in der Regen U-Werte zwischen 0,2 und 1,25 W/m²K.
    • Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert): Der g-Wert oder SHGC (engl. Solar Heat Gain Coefficient) quantifiziert die Menge an Sonnenenergie, die durch das Fenster gelangt. Grosse Fenster, die im Winter für passive Heizung durch solare Energiegewinne sorgen sollen, müssen einen möglichst hohen g-Wert aufweisen. Fenster, die im Sommer Innenraumüberhitzung entgegenwirken sollen, brauchen dagegen einen sehr niedrigen g-Wert.

    3. Abmessungen

    Grösse und Form der Fenster zählen zu den wichtigen Kostenfaktoren und beeinflussen die Tageslichtmenge im Innenraum sowie die Optik des Gebäudes. In Einfamilienhäusern werden meist Fenster in Standardmassen (1,23 m x 1,48 m und 1,48 m x 2,18 m) eingebaut. Fenster in Sondergrösse sind generell um etwa 40 % teurer als Standardfenster. Bei Neubauten und Komplettsanierungen fällt die Entscheidung häufig auf bodentiefe Fenster und Panoramawände, die lichtdurchflutete Innenräume schaffen, dafür aber auch teuer sind.

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    Form und Grösse der Fenster haben erheblichen Einfluss auf den Preis. Fenster in Sonderformen sind teurer als Standardfenster.

    4. Fensterbeschläge

    Fensterbeschläge dienen dem Öffnen und Schliessen des Fensters, ausserdem können sie den Einbruchschutz erhöhen. Am günstigsten sind herkömmliche Flügelbeschläge, Schiebebeschläge sind um etwa 50 % teurer. Einbruchhemmende Fenster werden mit Pilzkopf-Beschlägen, innenverschraubten Schutzbeschlägen und anderen Sicherheitsmassnahmen ausgerüstet, was natürlich ebenfalls zu einer Verteuerung des Fensters führt.

    5. Fensterrahmen

    5.1 Materialien für Fensterrahmen

    Zur Herstellung von Fensterrahmen stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben, wenn es um Kosten, Wartung, Aussehen und Wärmedämmung geht. Die gängigsten Varianten sind Folgende:

    • Kunststoff: Kunststoffrahmen sind kostengünstig, energieeffizient und äusserst langlebig, die Auswahl an Designmöglichkeiten ist jedoch begrenzt. Manche stören sich auch an ihrer billigen Optik und unschönen Alterung (Letzteres ist jedoch nur bei Produkten der niedrigen Preisklasse der Fall).
    • Holz: Das ökologische und umweltfreundliche Material sorgt für einen klassischen und natürlichen Look, der auch leicht individuell angepasst werden kann. Holzfenster bieten bestmögliche Energieeffizienz, erfordern jedoch mehr Wartung als Fenster aus anderen Materialien.
    • Aluminium: Fensterrahmen aus Aluminium sind ausserordentlich widerstandsfähig, wartungsarm und langlebig, leider aber auch sehr teuer.
    • Holz-Alu: Holz-Alu-Fenster vereinen die besten Eigenschaften beider Materialien. Sie besitzen einen Holzrahmen, der an der Aussenseite mit einer Aluminiumschale verkleidet ist. Das Holz trägt zu einem warmen und wohnlichen Ambiente bei, während die Aluminiumschale das Fenster zuverlässig vor Witterungseinflüssen schützt.

    5.2 Fensterprofil

    Fensterprofile werden je nach verwendetem Material auf unterschiedliche Weise hergestellt. Holzfensterprofile werden durch mehrfache Schichtverleimung hergestellt, weshalb sie wesentlich stabiler und beständiger sind, als wenn sie aus Vollholz gefertigt wären. Kunststofffensterprofile werden dagegen mit einem Mehrkammersystem (meist 5 oder 7 Kammern) hergestellt, der die Energieeffizienz des Fensters erheblich steigert. Auch Aluminiumfensterprofile werden mittlerweile mit Mehrkammertechnik hergestellt. Ausserdem wird mit thermischer Trennung, Dämmstoffen und Beschichtungen der U-Wert von Aluminiumfenstern verbessert.

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    Kunststofffensterprofil mit Mehrkammersystem und Dreifachverglasung

    6. Verglasung der Fenster

    6.1 Fenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung?

    Heutzutage werden bei Neubauten und Sanierungen Fenster mit Zwei- oder Dreifachverglasung eingebaut, der Einbau von Fenstern mit Einfachverglasung ist aufgrund ihrer schlechten Wärme- und Schalldämmung nicht mehr zulässig. Der Scheibenzwischenraum von mehrfach verglasten Fenstern ist mit Edelgas gefüllt (meistens Argon), der den Temperatur-Austausch zwischen Aussen- und Innenluft zusätzlich verringert. Wenn eine der Scheiben eines mehrfach verglasten Fensters mit einer Low-E-Beschichtung (engl. für Low Emissivity – niedrige Wärmeabstrahlung) versehen ist (üblicherweise ist dies die Aussenseite der inneren Scheibe), spricht man von einer Wärmeschutzverglasung.

    In der Schweiz sind Fenster mit Dreifachverglasung eigentlich schon Standard und auch die Förderungen durch das Gebäudeprogramm erfordern den Einbau energieeffizienter, dreifach verglaster Fenster. Fenster mit Dreifachverglasung sind zwar teurer und schwerer als Fenster mit Zweifachverglasung, doch dies ist ein geringer Preis für die bessere Wärme- und Schalldämmung.

    6.2 Passivhausfenster mit Wärmeschutzverglasung

    Zum Erreichen des Passivhaus-Standards werden Fenster mit mindestens 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung benötigt. Solche Fenster gelten in Passivhäusern als Standard. Es gibt zwar auch Fenster mit Vierfachverglasung, die jedoch nur eine geringe Verbesserung gegenüber Fenstern mit Dreifachverglasung darstellen, andererseits aber schwerer und vor allem sind. Deshalb ist ihr Einbau meistens nicht sinnvoll.

    6.3 Zusätzliche Möglichkeiten für Fenster

    Für jeden Anwendungsbereich gibt es das richtige Fenster. Wenn Sie etwa in der Nähe eines Flughafens oder einer stark befahrenen Strasse wohnen, bietet eine Mehrfachverglasung keinen ausreichenden Schutz gegen störende Aussengeräusche. In diesem Fall benötigen Sie Lärm- oder Schallschutzfenster mit Schallschutzglas sowie einer höheren Scheibenstärke und schalldämmendem Rahmen. In denkmalgeschützten Gebäuden müssen dagegen spezielle Denkmalschutzfenster eingebaut werden.

    7. Öffnungsarten von Fenstern

    7.1 Drehkippfenster

    Nachdem Sie das Rahmenmaterial, die Verglasung und die Optik des Fensters ausgewählt haben, ist es an der Zeit, sich der Öffnungsart zu widmen. Auch hier gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Die gängigste Öffnungsart ist das Drehkippfenster, das sich vollständig öffnen (drehen) oder kippen lässt. Die Öffnungsrichtung ist frei wählbar (rechts oder links).

    Fenster mit sehr grosser Glasfläche können nicht als Drehkippfenster hergestellt werden, da der Fensterflügel zu schwer sein und die Beschläge in geöffnetem Zustand zu stark belasten würde.

    7.2 Schiebefenster

    Bei Panoramafenstern und anderen sehr grossen Fenstern handelt es sich häufig um Schiebefenster mit einem feststehenden Flügel und einen Schiebeflügel, der sich nach rechts oder nach links schieben lässt. Diese Öffnungsart ist sehr platzsparend, ausserdem lassen sich raumhohe Schiebefenster auch als grosse Schiebetüren zu Balkon oder Terrasse nutzen.

    7.3 Faltfenster

    Die Öffnungsart von Faltfenstern erinnert an eine Ziehharmonika. Es handelt sich um ein System aus mehreren Fensterflügeln, die beim Öffnen platzsparend zusammengefaltet werden, sodass eine lange, luftige Nische in der Wand entsteht (das gleiche System kommt auch bei Faltschiebetüren zum Einsatz). Die offene Fläche ist grösser als bei Schiebefenstern, bei denen die Hälfte der Fensteröffnung von dem festverglasten Element eingenommen wird. Der Nachteil von Faltfenstern ist ihr hoher Preis.

    7.4 Schwingfenster

    Das Schwingfenster hat nur einen Fensterflügel, der um eine Drehachse um bis zu 180° schwingt. Die Drehachse befindet sich normalerweise waagerecht in der Mitte der Fensterfläche. Fenster mit einer senkrechten Drehachse werden als Wendefenster bezeichnet. Insbesondere Dachfenster werden häufig als Schwingfenster ausgeführt, da diese Öffnungsart leichte Reinigung der Aussenseite des Fensterflügels ermöglicht (heute wird das Schwingfenster jedoch immer mehr von dem Klappschwingfenster verdrängt). Bei senkrecht stehenden Fenstern ist diese Öffnungsart selten.

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    Schwingfenster mit Griffleiste

    8. Fenstereinbau

    Denken Sie daran, dass minderwertiger Fenstereinbau die Vorteile eines hochwertigen Fensters schnell zunichtemachen kann, weshalb Sie Ihre Fenster von geschulten Fachkräften einbauen lassen sollten. Fensteranbieter bieten normalerweise auch Fenstereinbau an, der im Kostenvoranschlag enthalten ist.

    9. Garantie

    Die gesetzlich vorgeschriebene Garantie dauert in der Schweiz 2 Jahre. Die meisten Fensterhersteller bieten aber auch freiwillige Herstellergarantien auf ihre Produkte an. Dauer und Umfang der Garantie variieren dabei von Anbieter zu Anbieter. In der Regel gibt es für Material, Ausführung, versteckte Mängel und Dichtheit der Wärmeschutzgläser unterschiedliche Garantiezeiten von bis zu 5 Jahren.

    Autor: Daibau.ch Magazin

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