Im Beitrag:
1. Betonoberflächen in der modernen Innenarchitektur
Die heutige Architektur bevorzugt zunehmend Minimalismus und den einzigartigen Charme des Industriestils. Oberflächen in Betonoptik vereinen beide Trends perfekt miteinander. Früher wurde Beton üblicherweise mit Putz, Vlies oder Tapete verdeckt, da sichtbarer Beton als Zeichen einer unfertigen Wohnung galt. Im Gegensatz dazu werden in der zeitgenössischen Architektur der edle, puristische Look und der urbane Charme von Beton hochgeschätzt. Beton ist längst zu einem dekorativen Element avanciert, das nicht mehr versteckt, sondern stolz präsentiert wird. Selbst in bescheidenen Wohnungen kann Beton in Kombination mit stilvoller Einrichtung das Flair eines modernen Industrie-Lofts schaffen.
2. Betonoptik und Sichtbeton: Worin liegt der Unterschied?
Wände und Decken mit Betonoberflächen sind eine effektive Massnahme, um der Wohnung einen urbanen Touch zu verleihen, da ihre grossen Flächen das Erscheinungsbild des gesamten Raumes prägen. Hierzu stehen Wände in Betonoptik und echter Sichtbeton zur Auswahl. Doch worin besteht eigentlich der Unterschied?
2.1 Sichtbeton
Mit dem Ausdruck „Sichtbeton“ werden Oberflächen bezeichnet, an denen der Beton sichtbar bleibt und an deren Aussehen besondere Anforderungen gestellt werden. Nach dem Entfernen der Bauschalung bleibt der rohe, unbearbeitete Beton sichtbar, weshalb die Anforderungen an die Schalung besonders hoch sind. Wände aus Sichtbeton müssen bereits beim Planen und Erstellen des Baukörpers vorgesehen werden, doch das Ergebnis ist trotz gründlicher Vorbereitung oft nicht zufriedenstellend.
2.2 Betonoptik
Zum Glück gibt es eine Vielzahl modernster Techniken, mit denen sich nachträglich auf fast jedem Untergrund eine täuschend echte Betonoptik herstellen lässt. Bei diesen Techniken kommt Spachtelmasse zum Einsatz, die auf unterschiedliche Weise geglättet werden kann, um eine grobe oder feine Betonoptik zu erzeugen. Sogar Stösse von Schalelementen lassen sich in die Betonoptik einarbeiten.
3. Betonoptik per Spachteltechnik
Wandspachteltechniken sind heutzutage eher wenig bekannt. Beim Stichwort „Betonoptik“ denken die meisten Menschen an Sichtbeton und beim Stichwort „Spachteln“ an das Spachteln im Trockenbau. Bei Spachteltechniken zur Wandveredelung geht es darum, mit speziellen Werkzeugen einzigartige Muster und Effekte zu erzeugen – daher auch der Ausdruck „Effektspachtel“. Diese Techniken sind eine sehr alte Art der künstlerischen Gestaltung von Oberflächen, denken wir nur an Techniken wie Stucco Veneziano (Marmorierungstechnik) oder den aus Marokko stammenden Tadelakt. Zu diesen alten Techniken gesellten sich in neuester Zeit Techniken, die besser zu modernen Einrichtungsstilen passen und von denen die Betonoptik am bekanntesten und beliebtesten ist. Für die Herstellung unterschiedlicher Betonoptiken werden kalkhaltige Spachtelmassen verwendet (z. B. mineralische Wandputze oder spezielle Materialien).
Um eine Betonoptik zu erzeugen, wird zuerst eine Grundspachtelmasse in stilechter betongrauer Farbe auf die Wand aufgetragen (am besten mit einem Kurzflorroller), die für bestmögliche Haftung des Effektspachtels an der Wand sorgt. Anschliessend wird der Grundspachtel mit einem Glätter für Betonoptik (mit abgerundeten Ecken für glattes und kantenloses Auftragen der Spachtelmasse) behandelt, um einen strukturierten Effekt mit kleinen Rillen und Kanten zu erzielen. Der Grundspachtel muss mindestens sechs Stunden trocknen, bevor mit dem Auftragen des Effektspachtels begonnen werden kann.
Der Effektspachtel wird mit dem Kurzflorroller möglichst dünn aufgetragen und mit dem Betonoptik-Glätter verteilt. Auf der unebenen Oberfläche des Grundspachtels bleibt der Effektspachtel nicht gleichmässig haften. Falls der Untergrund stark durch die Effektspachtelschicht durchschimmern soll, muss mit dem Glätter mehr Druck ausgeübt werden. Der Effektspachtel wird oft in zwei Schichten aufgetragen.
4. Vorteile der gespachtelten Betonoptik
Fugenlose Oberfläche: Effektspachtel in Betonoptik schafft eine fugenlose Oberfläche und eignet sich daher sehr gut für Bad oder Küche.
Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten: Effektspachtel in Betonoptik kann nach Ihren Wünschen geformt werden, wodurch sich seine Wirkung im Raum anpassen lässt. Der Effektspachtel kann genau wie echter Beton entweder weiss oder grau sein. Wenn Sie z. B. ein extravagantes Highlight in Ihrem Wohnraum wünschen, können Sie sich für eine stark ausgeprägte Betonoptik mit eingearbeiteten Poren und Vertiefungen entscheiden. Wenn Sie jedoch eine eher zurückhaltende Optik wünschen, damit die Wände einen minimalistisch dezenten Hintergrund bilden, vor dem die Gegenstände im Wohnraum gut zum Ausdruck kommen, ist eine sanfte Betonoptik mit wolkigen Strukturen und seidenmatter Steinoberfläche genau das Richtige für Sie. Auf jeden Fall werden Ihre Wände zu einem echten Unikat!
Gesundes Raumklima: Kalkbeschichtungen an den Wänden sind diffusionsoffen – sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf, speichern sie und geben sie bei Bedarf wieder in den Raum ab. Auf diese Weise regulieren sie die Raumluftfeuchte und verbessern das Raumklima. Darüber hinaus ist Kalk ein sehr gutes Desinfektionsmittel, das Schimmelbildung an der Wand verhindert.
Langlebigkeit: Kalkbeschichtungen an den Wänden halten mehrere Jahrzehnte.
Einfaches Entfernen: Wenn Sie zur Miete wohnen oder sich künftige Veränderungen Ihres Einrichtungsstils nicht zu schwer machen möchten, können Sie die Betonoptik auf einer Vliestapete anbringen – so lässt sich die Wandbeschichtung zusammen mit der Tapete jederzeit wieder abziehen.
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