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    Holzeindeckung: Dach mit Holzschindeln

    Moderne Architektur setzt wieder verstärkt auf Holz als Baumaterial, da der Rohstoff mit seiner Nachhaltigkeit sowie seiner angenehmen Optik und Haptik überzeugt. In der Schweiz ist fast ein Drittel der Landesfläche bewaldet und in den Voralpen sowie im Alpenraum nimmt die Waldfläche sogar noch zu, während sie im Mittelland konstant bleibt. Deswegen ist die Verwendung von Holz bei uns umso sinnvoller. Holz aus dem Schweizer Wald wird unter anderem in Form von Holzschindeln verwendet, die nicht nur auf Dächern und Fassaden von historischen Bauten, sondern auch an zeitgenössischer Architektur zu finden sind.
    Fachartikel
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    1. Holzschindeln für Dächer und Fassaden

    Bauen mit Holz hat Tradition und insbesondere in manchen holzreichen, ländlichen und eher bäuerlich geprägten Gegenden hat sich diese Tradition bis heute erhalten. Zudem hat das gesteigerte Umweltbewusstsein in unserer Zeit dazu beigetragen, dass der nachwachsende Rohstoff der nachwachsende Rohstoff wieder stärker in den Fokus rückt. Deshalb gesellen sich zu den traditionellen Holzbauten immer mehr moderne Holzhäuser, die in Holmassiv- oder Holzriegelbauweise errichtet werden. Auch Holzschindeln für Dacheindeckungen und Fassadenverkleidungen erfreuen sich dank ihrer natürlichen Materialität und Langlebigkeit wieder steigender Beliebtheit. Dies ist auch im Alpenraum der Fall, wo die Dächer harten, schneereichen Wintern, sommerlichem Hagel sowie grossen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter standhalten müssen.

    Dacheindeckungen aus Holz vertragen Witterungseinflüsse durch Schnee, Hagel und Wind sehr gut. Zudem weisen sie gute wärmedämmende Eigenschaften auf und sind grundsätzlich sehr haltbar sowie hochbelastbar. Schindeln werden in der Regel durch das Spalten des Holzes hergestellt, was unter anderem den Vorteil hat, dass das Wasser leicht parallel mit der senkrechten Holzfaser der Schindeln abläuft. Es gibt zwar auch gesägte Produkte, doch diese erreichen nicht die Qualität von gespaltenen Schindeln.

    Schindeln sind in der Regel auf Gebäuden mit steileren Dächern angebracht, die typisch für die alpine Berglandschaft sind. Üblicherweise betragen die Dachneigungen dieser Steildächer zwischen 45° und 60°, wobei die Mindestdachneigung 20° betragen sollte.

    2. Aus welchen Hölzern werden Schindeln hergestellt?

    Wer wirklich hochwertige Schindeln verbauen möchte, sollte sich viel Zeit für die Wahl des richtigen Holzes nehmen. Zunächst müssen die Bäume, deren Holz für die Schindeln verwendet werden soll, zur richtigen Jahreszeit gefällt werden. Am besten wäre es das Holz im November oder Dezember zu fällen, da es zu diesem Zeitpunkt weniger Flüssigkeiten enthält.

    Darüber hinaus sollte ein Holz gewählt werden, das flache und dichte Jahresringe hat. Die Qualität des Holzes wird auch durch die Seehöhe des Standortes beeinflusst, die nicht zu hoch sein sollte.

    Für eine gute Beständigkeit der Schindeln ist die Holzdichte sehr wichtig, weil sie sich auf die Festigkeit und die Feuchtigkeitsbeständigkeit von Schindeln auswirkt.

    Schliesslich können Sie zwischen verschiedenen Holzarten wählen, welche die Qualität der Schindeln beeinflussen. Schindeln werden hauptsächlich aus Kiefer, Fichte, Tanne, Zeder oder Lärche hergestellt, da Nadelholz viel Harz enthält und sehr stabil ist. Aber auch Schindeln aus Laubhölzern wie Eiche oder Buche sind erhältlich. Oftmals ist das Dach jedoch mit Schindeln aus Lärchenholz bedeckt, da dieses das haltbarste und witterungsbeständigste Holz im österreichischen Gebiet ist und auch eine Menge Harz enthält. Deshalb kennen wir auch das traditionelle Lärchenbrettdach, das dem Schindeldach ähnlich sieht.

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    Holzschindeln setzen mit der Zeit eine naturgraue Alterspatina an.

    3. Herstellung und Montage von Schindeln

    Holzschindeln werden traditionellerweise durch das Spalten des Holzes hergestellt. Das Holz wird abgelängt und dann die Rohschindel exakt der Maserung entlang vom Block gespalten. Beim Spalten entlang der Wachstumsrichtung der Fasern bleibt der natürliche Faserverlauf des Holzes erhalten, weshalb Schindeln haltbarer sind als gesägte Produkte. Das Holz muss hochwertig, langsam gewachsen, gerad- und feinwüchsig sowie frei von Ästen sein. Auf diese Weise hergestellte Schindeln sind in der Lage jedem Wetter standzuhalten.

    Schindeln können keilförmig oder gleichdick sein. Am unteren Ende (Schindelfuss) sollte die Schindel abgeschrägt sein, um das Regenwasser besser ableiten zu können. Das Wasser läuft parallel mit der senkrechten Holzfaser der Schindeln ab und nimmt dabei Staub und Schmutz mit. So kann kein Nährboden für Pilze, Algen und Moose entstehen. Die Grösse der Schindeln kann sehr unterschiedlich sein, aber im Durchschnitt sind sie circa 5 bis 15 mm dick, 10 cm breit und bis zu 50 cm lang.

    Wenn die Schindeln für die Montage bereit sind, werden sie mit Nägeln an den Sparren befestigt. Die erste Schicht der Schindeln ist in der Regel auf die Bretter genagelt, die über den Sparren angeordnet sind (horizontal). Die zweite Schicht wird dann auf die erste Schicht genagelt. Die Schindeln sind aufgrund des höheren Schutzniveaus in der Regel in zwei Lagen verlegt. Das Anbringen der Schindeln beginnt üblicherweise an der Traufe und endet an der Spitze.

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    Schindelfassaden haben Tradition und liegen auch heute im Trend.

    4. Lebensdauer und Preise von Schindeln

    Die Haltbarkeit der Schindeln hängt von ihrer Qualität und der Holzart ab. Schindeln aus Kieferholz besitzen eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren, Lärchenschindeln halten noch länger, zwischen 50 und 100 Jahren. Natürlich müssen die Schindeln in dieser Zeit gewartet werden – oft müssen alle beschädigten Schindeln überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Pflege wie Anstriche sind nicht notwendig und auch unbehandelte Schindeln halten mehrere Jahrzehnte.

    Zu den Schwächen von Schindeldächern zählt der mangelnde Brandschutz. Das Feuer breitet sich auf so einem Dach schnell aus, deshalb wird davon abgeraten Schindeln auf dicht aneinander gereihten Häusern einzusetzen.

    Die Preise hängen von der Holzart, dem Herstellungsverfahren (gespalten oder gesägt) und der Bestellmenge ab. In der Regel kosten Holzschindeln ab CHF 60 / m².

    Autor: Daibau.ch Magazin

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