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    Backsteine, Betonsteine oder Porenbetonsteine?

    Beim Stichwort „Massivbauweise“ denken viele Menschen wie selbstverständlich an ein Bauwerk aus Backstein und in der Tat ist die Ziegelmassivbauweise die gängigste Bauweise in der Schweiz. Als Alternative kommt vor allem Beton infrage, und zwar sowohl in Form von herkömmlichen Betonsteinen als auch in Form von Porenbetonsteinen. Sehen wir und die Stärken und Schwächen dieser Werkstoffe etwas genauer an.
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    1. Massivbauweise

    Massives Mauerwerk kann mit unterschiedlichen Mauersteinen errichtet werden. Neben konventionellen Back- bzw. Ziegelsteinen kommen dafür auch andere Werkstoffe wie Kalksandsteine, Betonsteine, Leichtbetonsteine und Porenbetonsteine infrage. Das Mauerwerk eines Massivbaus erfüllt zwei Funktionen – Tragfähigkeit und Wärmedämmung, deshalb spielt es bei jedem Gebäude eine entscheidende Rolle. Die Tragfähigkeit wird von einem Tragwerksplaner (Statiker) berechnet, in der Praxis gilt jedoch die Regel, dass bei einer klassischen Wand mit einer Dicke von ca. 20 cm alle 4,5 m eine vertikale Bewehrung eingebaut werden muss. Überdies müssen über allen Öffnungen Stürze eingebaut werden. Ein wichtiger Punkt ist die Wärmeleitfähigkeit, denn sie beeinflusst massgeblich die Heizkosten. Hier stellt sich schnell die Frage, mit welcher Art Steinen das Mauerwerk errichtet werden soll, denn die infrage kommenden Materialien weisen hinsichtlich der Wärmedämmung und anderer Eigenschaften jeweils eigene Vor- und Nachteile auf.

    In der Praxis gilt die Regel, dass es günstiger ist, eine dünnere Wand zu errichten und durch zusätzliche Dämmung eine ausreichend niedrige Wärmeleitfähigkeit zu gewährleisten.

    2. Backsteine oder Mauerziegel

    2.1 Backstein ist ein uralter Baustoff

    Back bzw. Ziegelsteine oder Mauerziegel sind ein bewährtes Material, das seit Jahrtausenden zum Bauen verwendet wird. Ziegelsteine aus gebranntem Ton wurden bereits vor Tausenden von Jahren hergestellt. Es ist eine wenig bekannte Tatsache, dass die alten Griechen und Römer im Inneren ihrer Tempel ebenfalls Backsteine einsetzten. Im Laufe der Geschichte wurden Backsteine zu unterschiedlichen Zwecken verwendet. Ihr Hauptverwendungszweck was stets der Bau von Mauerwerk, bei sehr hohen Temperaturen gebrannte Ziegel (Klinker) wurden und werden aber auch als Pflastersteine verwendet.

    2.2 Backstein - Herstellung

    Das Herstellungsverfahren und die Art, wie Backsteine verbaut werden, haben sich durch die Zeit nicht wesentlich verändert. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet man zwischen drei Arten von Ziegeln: ungebrannte, gebrannte sowie chemisch behandelte Ziegelsteine. Jede Ziegelart wird etwas anders hergestellt. Das Verbauen von Backsteinen erfolgt von Hand und erfordert keine Mechanisierung. Untereinander werden Backsteine mit Zementmörtel verbunden. Modulare Backsteine nach altem und neuem Modul gehören der Vergangenheit an, aus ihnen haben sich Hohllochziegel (HLZ) bzw. Lochziegel mit Nut und Feder entwickelt. Die luftgefüllten Löcher sind auch der Grund für die sehr gute Wärmedämmfähigkeit von Lochziegeln, eine wichtige Rolle spielen dabei die Gestaltung und Anordnung der Löcher (Länge, Breite und Anzahl der Löcher sowie der Lochversatz).

    2.3 Backsteine sind in standardisierten Formaten erhältlich

    Backsteine werden normalerweise in standardisierten Formaten verkauft. Am verbreitetsten ist der SwissModul – ein modular aufgebauter Backstein mit Putzrillen an den Längsseiten. Sie können zwar auch Backsteine in Sondergrössen und -formen bestellen, allerdings akzeptieren Hersteller solche Bestellungen nur dann, wenn die Bestellmenge ausreichend gross ist. Backsteine können in verschiedenen Stärken bestellt werden, für Trennwände werden 38 cm, 30 cm, 25 cm, 20 cm und 10 cm dicke Ziegel verwendet. Der Wärmeleitkoeffizient ist bei solchen Backsteinen niedrig, bei 38 cm dicken Ziegeln liegt der Lambda-Wert bei 0,139 W/mK und bei 20 cm dicken Ziegeln beträgt er 0,33 W/mK.

    2.4 Was kosten Backsteine?

    Der SwissModul kostet an die CHF 1.95 / Stück (Grundform). Es ist sehr wichtig, auf die statische Festigkeit der Ziegel achten. Wir raten dazu, ausschliesslich Ziegelsteine schweizerischer, österreichischer oder deutscher Hersteller zu kaufen, fallen Sie aber auf keinen Fall auf Billigangebote ungeprüfter Hersteller herein.

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    Backsteine sind in unterschiedlichen Grössen und Formen erhältlich.

    3. Porenbeton

    3.1 Was ist Porenbeton?

    Porenbeton oder Gasbeton, der umgangssprachlich nach dem berühmten Markennamen manchmal auch Siporex genannt wird, ist seit einigen Jahren auf unserem Markt präsent. Es handelt sich im Grunde um eine Masse aus Sand, Kalk, Zement und Gips, in die unter hohem Druck Luft eingeblasen wird. Porenbetonsteine besitzen daher viele homogen verteilte Lufteinschlüsse, durch die ihre Wärmedämmung erhöht wird. Genau wie Ziegelsteine sind auch Porenbetonsteine gesundheitlich unbedenklich und umweltfreundlich.

    3.2 Vorteile von Porenbeton

    Der erste Vorteil von Porenbeton ist seine einfache Verarbeitung. Die beidseitig mit Nut und Feder versehenen Steine werden mit einer dünnen Schicht Klebemörtel miteinander verklebt. Der zweite Vorteil liegt in der einfachen Ausführung von Installationen, denn aufgrund der Homogenität von Porenbetonsteinen lassen sich Nuten für Kanäle, Kabel und Rohre sehr einfach herstellen. Ein kleiner Nachteil von Porenbeton liegt in der Zerbrechlichkeit des Materials, die sich jedoch durch Nachbearbeitung beheben lässt. Aufgrund seiner Porosität wird Porenbeton auch eine höhere Saugfähigkeit zugeschrieben, was in Wahrheit jedoch nicht zutrifft, da Porenbeton in einigen Fällen sogar eine geringere Kapillarzugkraft besitzt als Ziegelsteine. Porenbeton ist in Form von Mauerblöcken, Platten und auch trockenen Stürzen erhältlich. Mauersteine aus Porenbeton sind meist 20, 25 oder 30 cm dick, ihre Wärmeleitfähigkeit ist sehr gering und liegt zwischen 0,096 und 0,12 W/mK.

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    Porenbeton hat ein sehr geringes Eigengewicht und ist daher hervorragend für Aufstockungen von Altbauten geeignet.

    4. Betonsteine

    4.1 Betonsteine als Ersatz für Ziegelsteine?

    Betonsteine bestehen aus Spezialbeton mit hoher Tragfähigkeit. Sie werden verwendet, um Keller in Wohnhäusern auszuführen und vertikale Bewehrungen herzustellen. Die Zellstruktur der Ziegel ist nicht sehr dicht, normalerweise zwischen 6 und 12 Zellen. Der Vorteil von Betonsteinen liegt in der präzisen Ausführung, da sie mithilfe einer Form hergestellt werden. Solche Betonsteine können in der „Bauweise mit Fuge“ gemauert werden, wobei auf Fassadenputz verzichtet werden kann.

    4.2 Wie gross sind Betonsteine?

    Betonsteine besitzen im Allgemeinen eine Standardhöhe, sind aber unterschiedlich breit. In der Regel sind Betonsteine 12, 20, 25 oder 30 cm breit. Es ist zu beachten, dass Beton kein leichtes Material ist und mit zunehmender Ziegeldicke auch das Gewicht des Mauerwerks zunimmt. Betonsteine sind relativ preiswert, sie kosten ab etwa CHF 0,70 / Stk.

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    Betonsteine werden in der Regel bewehrt, was dem Mauerwerk zusätzliche Stabilität verleiht.

    5. Schalsteine oder Schalungssteine

    5.1 Schalsteine aus Faserzement

    Neben klassischen Lösungen sind seit einigen Jahren neue Materialien und Technologien auf dem Markt präsent. Klassische Ziegelsteine werden zunehmend durch Schalsteine bzw. Schalungssteine ersetzt. Eine der Möglichkeiten ist die Verwendung von Schalsteinen aus Faserzement. Zementgebundene Holzfasern sind nämlich ein hervorragender natürlicher Baustoff. Darin gebunden ist Kohlendioxid, das die Bäume aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Der Vorteil von Faserzementsteinen liegt darin, dass sie sich schnell und äusserst einfach verbauen lassen, wodurch das Bauen mit diesem Material kostengünstig ist. Mauerwerk aus Schalsteinen ist wasserdampfdurchlässig, weshalb das Gebäude atmet. Schalsteine für Aussenmauern kosten um 40 % mehr als Schalsteine für Innenmauern.

    5.2 Styroporsteine (Polystyrolsteine)

    Eine interessante Alternative zu klassischen Ziegelsteinen sind Schalsteine aus geschäumtem Polystyrol oder einem anderen Hartschaum. Das Bausystem wird hierbei praktisch auf den Kopf gestellt. Styroporsteine sind mit einem Nut-Federsystem ausgestattet, sodass sie sich ganz einfach zusammenstecken lassen (wie Lego-Steine). Sie besitzen auch Kammern für die Bewehrung und Betonfüllung. Styroporsteine dienen also selbst als Schalung, weshalb das kostenintensive Auf- und Abbauen der Holzschalung entfällt. Styroporsteine kommen vorwiegend im Poolbau zum Einsatz.

    Autor: Daibau.ch Magazin

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